„Oh, der Name bedeutet nicht viel für die Nationalität! Es kann ein Stockböhmak und Urtscheche einen völlig deutschen Namen haben oder umgekehrt!“
„Ja doch! Wenn aber jener Heufler zu Rasen ein Italiener war, wie kam er in das Stift Admont?“
„Wahrscheinlich mit der Eisenbahn!“
Ob dieser handgreiflichen Aufschneiderei mußte Martina auflachen, sie konnte sich nicht bemeistern. Der Anachronismus war zu drollig, ebenso das spitzbübische Gesicht des Schelms, der es darauf angelegt hatte, die Mama reinfallen zu lassen.
Wie nun Emil sah, daß das von ihm vergötterte Hoffräulein vergnügt lachte, war er augenblicklich in rosigster Stimmung und bemüht, Martina in guter Laune zu erhalten.
Leise rügend sprach die Mama: „Du beliebst zu spaßen!“
„Verzeihung! Harmloser Ulk im Familienkreise! Kopie der alten Geschichte vom Kaiser Josef und der Bahnwärterstochter!“
Wieder ging die ahnungslose Mama dem Schalk ins Netz, indem sie sagte: „Davon ist mir nicht das geringste bekannt! Es wird sich doch der hohe Herr nicht so weit vergessen haben...?“
„Oh, Mesalliancen sind auch in früherer Zeit vorgekommen! Und in neuester Zeit gibt es deren massenhaft! Ich würde auch nicht locker lassen! Um keinen Preis der Welt!“ Ein heißer Blick flog auf Martina.
Fürstin Sophie erwiderte ernsten Tones: „Die Vernunft muß immer über der Neigung stehen!“