„Kinderei, nichts anderes!“

„Bitte, nicht dieses Wort, nicht diesen Ton! Ich bin kein Bub mehr und auch nicht gewillt, mich gängeln zu lassen! Und ich will dir ganz ernsthaft einen Vorschlag machen, Mama! Du weißt, daß ich sehr gerne in Berlin weiterleben möchte! Dir zuliebe habe ich mich deinen Wünschen gefügt und bin zurückgekehrt! Nun bin ich bereit, auf ‚Berlin‘ zu verzichten, wenn du mir erlaubst, daß ich Fräulein von Gussitsch heiraten darf! Martina oder keine!“

„Keine!“ Es klang metallisch hart und schneidend, erbittert und eisig.

„Du lehnst meinen Vorschlag ab?“

„Ja, rundweg!“

„Gut! Für die Folgen hat die Mama aufzukommen!“

„Ich verbitte mir derlei Ausdrücke! Nun geh und sage Hildegard, daß sie die Gussitsch rufen soll!“

So zornig und erbittert verließ Emil das Boudoir, daß er die Verlegenheit der beim Horchen überraschten Kammerfrau nicht gewahrte. Grollend entledigte der Prinz sich des Auftrages, und dann schloß er sich in seinem Zimmer ein.

Martina sah elend aus, verweint und bleich, gerötet die Augen; schluchzend bat sie um Entlassung.

Die Fürstin fühlte nun doch Mitleid mit dem armen Mädchen, und weichen Tones sprach sie: „Zu meinem Schmerze werde ich Sie leider wegschicken müssen! Doch will ich mich bemühen, eine ähnliche und passende Stellung für Sie zu beschaffen! Deshalb bleiben Sie vorerst noch hier! Ich bin dessen sicher, daß Sie verstehen werden, sich das – Kind vom Leibe zu halten! Kalte Umschläge werden den Jungen hoffentlich sehr bald zur Vernunft bringen!“