Das schelmische, spitzbübische Lachen im Auge der Dame brachte ihn auf den Gedanken, daß das Fräulein genau so wie er ulkt, daß die Dame sowenig Hartliebs Schwester ist, wie Emil der Geheimsekretär der Fürstin. Und dieser Gedanke veranlaßte ihn, den Scherz nach Möglichkeit bis zur Aufklärung der drolligen Situation fortzusetzen. Ulkig fragte er, ob Papa oder Mama Hartlieb welscher Abkunft gewesen sei.

„Warum denn?“

„Weil Sie unverkennbar romanisches Blut haben müssen! Halb deutsch, halb italienisch! Welsche Schönheit!“ sprach Emil in italienischem Idiom der horchenden Leute wegen.

In reinem Toskanisch scherzte die junge Dame, daß die Großmutter eine gebürtige Olona gewesen sei, verwandt mit den Familien Masnago-Laveno; daher habe der Oberförster den welschen Typ.

„Donnerwetter! Die Namen Olona, Masnago-Laveno kommen mir aber bekannt vor, sehr bekannt! Es muß die Fürstin davon gesprochen haben...!“

„Hat die Fürstin längere Zeit in Mailand verbracht?“

„Ja, vor einigen Jahren! – Aber da ist der Wagen! Darf ich bitten! Apropos: ist Herr Hartlieb von Ihrer Ankunft verständigt?“

„Nein, ich komme überraschend!“ lachte glockenhell das Fräulein.

„Stimmt! Denn ich bin sehr überrascht! Che bellezza!“

„Für einen fürstlichen Geheimsekretär sind Sie ein besonderer Frechdachs! Fast möchte ich bezweifeln, daß Sie sich in dieser Stellung befinden!“