„Nehmen Sie die Sache nicht zu schwer! Trübe Stunden bleiben den Eltern nie erspart, weder in der Hütte noch in einem Palast! Und die sorgsamste Erziehung schützt nicht vor dummen Streichen der mündig, aber nicht reif gewordenen Kinder! Adieu, lieber Graf! Wir bleiben in Freundschaft die alten!“
Ein Handkuß, dann verließ Thurn mit zusammengepreßten Lippen das Wohngemach.
Ahnungslos von alledem stand Emil, mit Martina plaudernd, im Speisesaale, auf Mama und Komtesse Isotta wartend. Und angelegentlich hatte sich Prinz Emil erkundigt, wo denn eigentlich die gräfliche Familie Thurn ihren Hauptsitz habe.
Des Umstandes froh, daß der Prinz ein verhältnismäßig harmloses Thema berührte, gab Martina Auskunft, soviel sie konnte, dahin, daß die Thurn-Valsassina de Villalta und Spessa von einem Napoleone della Torre, Signore di Milano abstammen und um die Mitte des 16. Jahrhunderts Reichsgrafen wurden.
„Also wird Mailand der Wohnort der Familie sein?“ meinte Emil.
„Das kann stimmen!“
Der Eintritt der Fürstin beendigte das Gespräch.
Die Mitteilung Mamas, daß die Thurns am Diner nicht teilnehmen, da der Graf sehr ermüdet sei, überraschte Emil. Aber er wagte keine Bemerkung.