Ambros küßte das Händchen, zog Martina an sich und bettelte wie ein schüchterner Junge um das Jawort.
Martina aber bot dem geliebten Manne die Lippen zum Verlobungskusse.
Heftiges Klopfen an der Tür schreckte das Paar auseinander. Hildegard trat ein und meldete, daß Fräulein von Gussitsch sofort zur Fürstin kommen solle. Grünlich schillerten die Augen der Kammerfrau, Schlangenblicke trafen Martina und Ambros, ein böses Lächeln umspielte Hildegards Lippen. Eine böse Bemerkung wagte sie aber doch nicht auszusprechen.
Um jedoch gehässigen Verdächtigungen schlankweg ein Ende zu machen, erklärte Martina tapfer, daß sie sich soeben mit Herrn Oberförster Hartlieb verlobt habe.
„Untertänigsten Glückwunsch!“ lispelte Hildegard mit anzüglichem Hüsteln. Und in schlecht verhehlter Wut huschte sie aus dem Zimmer.
„Nun aber fort, Geliebter! Hier darf ich dich nicht länger behalten! Bleib in Nähe des Schlößls, etwa gedeckt am Waldesrand, vielleicht können wir uns noch sprechen!“
Gehorsam entfernte sich Ambros. Glück und Seligkeit verklärten sein Antlitz.
Martina trat in das Zimmer der Fürstin. „Durchlaucht haben befohlen...!“
In großer Erregung schritt Sophie auf und ab und hielt zwei Depeschen in der rechten Hand. Bei jeder Bewegung knisterte das Papier. Schwer atmend sprach die Fürstin, mühsam nach einem Entschlusse ringend: „Die Reise werden wir absagen müssen, wir würden ja doch zu spät kommen...! Sorgen Sie dafür, daß Pater Wilfrid unverzüglich hierherkommt, ich muß ihn sprechen in dringender Angelegenheit! Fahren Sie, bitte, nach Admont und bringen Sie mir den Pfarrer, unverzüglich, so rasch als möglich!“