Wieder saß Fürstin Sophie am Fenster ihres behaglich erwärmten Boudoirs und blickte sinnend hinüber zum Bergwald, der still und geduldig die ins dunkelgrüne Geäst fallende weiße Last entgegennahm und ergebungsvoll trug. Still und geduldig! Auch die jungen Fichten und Tannen, die der schwere Schnee drückte, niederbeugte, sie trugen die Last so gut sie konnten...

Im Anblick der winterlichen Natur kam der einsamen Fürstin das schöne Gedicht Halms in den Sinn:

„Sei stark mein Herz! – Ertrage still

Der Seele tiefes Leid;

Denk, daß der Herr es also will,

Der fesselt und befreit.

Und traf dich seine Hand auch schwer,

In Demut nimm es an;

Er legt auf keine Schulter mehr,

Als sie ertragen kann.“