Zum Abend kam Graf Thurn von einer kleinen Dienstreise zurück, und vor dem Diner hatte er eine längere Besprechung mit der Gebieterin.

Die Audienz endete mit einer Einladung zur Gamspirsch, die den Hausmarschall sehr erfreute, aber auch ernst stimmte.

Einer gewissen Wehmut konnte sich auch die Fürstin nicht erwehren, doch die hohe Frau überwand sie und sich. „Ein letztes Mal, Graf! Es muß sein! Und für die Reviere sowie auch für die Beamten wird es besser sein, wenn...! Genug davon! Sie speisen mit uns, lieber Graf! Wir wollen uns gegenseitig trösten in unserer Vereinsamung! Und noch eins: Am Tage der Hochzeit Martinas reisen wir ab und nehmen Winterquartier in Wien!“

„Zu Befehl, Durchlaucht!“

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War das eine Pracht oben zwischen Pyrgas und Scheiblingstein, als die Sonne aufging und ihre rotgoldigen Strahlen die verschneiten Bergkolosse umwoben und in feurige Lichtbündel hüllten! Die Kämme mit dem flimmernden Hermelin verwandelten sich in flüssiges Gold, und darüber wölbte sich der Himmelsdom, prangend im schönsten Azurblau!

Dank des sehr frühen Aufbruches noch vor Morgendämmerung hatte die Jagdgesellschaft unter Führung Hartliebs die Pyrgas-Hütte, in der ein Jagdgehilfe die Öfen speiste, erreicht, ehe der Schnee von der Sonne weich gemacht worden war.

In der Hütte wurde ein Frühstück eingenommen und dabei der Jagdplan bekanntgegeben. Die Damen führt Hartlieb, den Grafen Thurn der Jäger.

Alsbald wurde aufgebrochen, und zwar in nahezu entgegengesetzter Richtung. Hartlieb bat um größtmögliche Ruhe und völlige Schweigsamkeit. Ein liebevoller Blick flatterte zu Martina, die im Jagddreß allerliebst aussah. Dann war Hartlieb nur noch Führer und Fachmann. Etwas schwerfällig stapfte die Fürstin hinterdrein in elegischer Stimmung.