Im bitteren Sinnieren fand Gnugesser ein Körnchen Trost: ein klein bißchen „überspannt“ ist Amanda als frühere Lehrerin, sie wird vielleicht irgend etwas dem angeblichen Gesetze Ähnliches aufgeschnappt und nicht recht verstanden haben. Das vermeintliche, unmögliche Drittel würde just der Gattin in den Kram passen, denn auf Geld ist sie erpicht wie Meister Petz auf Zeidelhonig!

Beni beschloß, sich wegen des „neuen“ Gesetzes zu erkundigen, am besten beim Pfarrer Pater Wilfrid, der doch davon auch etwas wissen muß. Ist, wie zu erwarten steht, nichts Wahres an dieser ohnehin unglaublichen Sache, so werden der überspannten Gattin die Lohndrittelmucken bald ausgetrieben sein. In aller Güte und Gemütlichkeit selbstverständlich. Denn wehe tun möchte Beni der Gattin nicht...

Im Schlafzimmer fand er Amanda schlummernd. Ihre geschlossenen Augen täuschten und beruhigten ihn. Kaum hatte Beni das Licht ausgelöscht, flammten Amandas Rätselaugen auf...

Fünftes Kapitel

Mit hochalpinen Kleidern durch Hildegards Schneiderkunst ausgerüstet, konnte das Hoffräulein von Gussitsch einem Befehle zur Begleitung mit einiger Ruhe entgegensehen. Stoff für ein richtiges Lodenkleid war unterwegs. Die Fürstin Sophie schien jedoch nicht die geringste Jagdpassion zu verspüren; der vom Jagdpersonal sehnlichst erwartete Befehl zur Wildausmachung für Pirsch oder Drücken erfloß nicht. Dagegen äußerte die Fürstin den Wunsch, das Forsthaus zu inspizieren, der Forstwartfrau Gnugesser einen Besuch abzustatten. Für Fräulein von Gussitsch war dieser Wunsch natürlich Befehl, weshalb die Hofdame fragte, wann sie zur Disposition sein müsse.

Der Bescheid lautete: eine halbe Stunde vor dem Lunch, keine Ansage im Forsthause.

Ein einleuchtender Befehl hinsichtlich der Nichtansage, damit Frau Amanda keine Veranstaltungen zu feierlich-steifem Empfang oder gar zu einer unerwünschten Bewirtung treffen kann.

Weniger einleuchtend fanden die allmächtigen Angestellten Norbert und Hildegard den Besuch, sie befürchteten eine Verspätung des Lunchbeginnes durch Verschwatzen. Wie überall in Hofhaltungen, sahen die „Vertrauenspersonen“ sehr darauf, daß pünktlich gegessen werde am Tische der – Angestellten. Die höchsten Herrschaften können leichter warten.