Würdevoll erklärte Norbert, daß er der „Herr Kammerdiener“ sei.
Pater Wilfrid erschien oben an der Treppe und rief: „Geschwind, Erna, Tee machen! Durchlaucht wünschen Tee zu nehmen!“
Schrill antwortete Frau Erna: „Was Ihnen nicht einfallt! Wo wir im ganzen Haus kein Stäuberl Tee nicht haben! Und sicher im ganzen Dorf auch nicht! Ein Schalerl Kaffee kann sie haben, die Frau Duhrlauch, sonst nichts!“
So mußte denn Pater Wilfrid diesen Bescheid überbringen. Über seine komisch klägliche Miene lachte die Fürstin hellauf. „Tut nichts, ist kein Unglück! Herr Pfarrer wollen erlauben, daß ich Ihr Haus mit Tee und was dazu gehört, versorge! Aus Selbstsucht, denn wir werden künftig nach dem Gottesdienst bei Ihnen den Tee nehmen! Das heißt, wenn Sie erlauben! So, nun wollen wir um so weniger stören, als zahlreiche Bauern auf Audienzerteilung warten! Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer!“
Norbert mußte den beim Wirte eingestellten Wagen holen. Am Pfarrhause wartend, sah die Fürstin den Oberförster Hartlieb, den sie einlud, im Wagen mit nach Hause zu fahren.
Mit höflichen, ernsten Dankesworten nahm Hartlieb diese Einladung an, wiewohl sie seine Absicht, im Grabnerhofe dienstlich vorzusprechen, durchkreuzte. Unwillkommen war sie ihm aber dennoch nicht, da er doch wieder einmal Fräulein von Gussitsch in die schönen Mustela-Lichter gucken konnte. Fand er doch Fräulein Edelmarderchen zum Anbeißen nett und hübsch. Insgeheim natürlich, mit Ausschluß aller Öffentlichkeit.
Da es eine ziemliche Zeit währte, bis die Pferde angeschirrt waren, bat die Fürstin, es wolle sich der Pfarrer nicht aufhalten lassen und die Leute vornehmen. „Ich habe ohnedies mit dem Herrn Oberförster zu sprechen!“
Pater Wilfrid verabschiedete sich und nahm den ersten wartenden Bauern mit in die Pfarrkanzlei.
Ehrerbietig harrte Hartlieb der Mitteilungen, und er war im voraus überzeugt, daß sie höchst wahrscheinlich eine Überraschung wenig angenehmer Art für den Jagddienst sein werden. Aber auf die Frage, wie sich das Jagdgut verzinse, war er doch nicht gefaßt. Die Käuferin mußte doch über die Verzinsung informiert sein...
Kaum konnte Hartlieb seine Verblüffung verbergen.