Gelassen erwiderte der junge Mann: „Ave! Guten Morgen!“ Und unverändert blieb er in der Stellung.

Norbert riß es fast um. „Was haben Sie gesagt? Ave? Wer sind wir denn?“

„Zu dienen! Ich heiße Nonnosus, bin Admonter Novize und von Durchlaucht hierher befohlen!“

„Nicht übel das! Ich weiß kein Wort! Unmöglich können Sie in dieser Maskerade vorgelassen werden! Und was ein angehender ‚Mönch‘ im Jagdschlößl zu tun hat, kann ich mir auch nicht denken!“

In hellstem Entzücken, in fanatischer Freude flammten die Augen des Novizen auf, leise röteten sich seine bleichen Wangen, da Nonnosus davon sprach, daß er von der Fürstin zur Jagd eingeladen sei, mit besonderer Erlaubnis des Abtes pirschen, etliche Tage auf einer Jagdhütte oben verbringen dürfe. „Seien Sie so gütig, Herr, und melden Sie der Fürstin, daß der ‚Novize mit dem Jägerblut‘ gekommen ist! Die Fürstin wird sich dann schon erinnern, daß sie mich eingeladen hat und daß sie mich mit hinaufnehmen will! Haben Sie die Güte!“

Norbert schüttelte den Kopf.

Elastisch und flink kam der fesche Jäger Eichkitz heran. Den sonderbaren „Steierer“ erblickend, spöttelte der schmucke Jägersmann: „Je! Was ist denn dös für ein Spatzenschrecker! Wo haben s’ denn diesen Popanz aus’lassen? Wohl eine Vogelscheuch’n für ein Erbsenfeld?“

Norbert schüttelte sich vor Lachen. Und Eichkitz lachte mit.

Ruhig sprach Nonnosus: „Ave! Der Spott sei verziehen!“

Eichkitz grinste, hob verächtlich die Schultern und bat den Kammerdiener um Anmeldung. „Zum Bericht auf neun Uhr von der Duhrlauch befohlen, Herr Kammerdiener!“