„Danke! Ihre Liebe zu Wild und Wald gefällt mir sehr gut! Ich hatte die Absicht, daß wir heute nachmittag zur Pyrgas-Hütte hinaufsteigen und im dortigen Revier auf Gemsen pirschen werden! Nun aber bestimme ich, da ja auch der Admonter Theologe bereits da ist, daß wir in einer Stunde aufbrechen! Die Förster sollen nachkommen! Apropos: Behandeln Sie den Admonter Theologen gut, er ist Sohn eines Jägers, hat Jägerblut in den Adern! Er darf pirschen, er soll mal die Wonnen des Weidmannslebens durchkosten, ich habe ihn eingeladen, er ist für einige Tage mein Jagdgast!“

„Zu Befehl! Hab ihn schon gesehen! So ein – lieber, netter, armer Herr! Schad, daß er als Jaagerssohn Geistlicher werden muß! Wird ihn hart genug ankommen, die Bezwingung des Jaagerblutes! Befehlen Duhrlauch noch was?“

„Danke! Sie können gehen! Verständigen Sie rasch den Herrn Oberförster und kommen Sie alsbald zurück! Wir marschieren um zehn Uhr ab!“

„Zu Befehl! Küß d’Hand, gnädig Duhrlauch!“ Ein huldvoller Wink und ein Blick des Wohlgefallens. Eichkitz machte einen Kratzfuß und stelzte vorsichtig über das glatte Parkett.

Den erheblich gestiegenen Wert seiner Person ließ Eichkitz dem Kammerdiener in der patzig gesprochenen Mitteilung fühlen, daß in einer Stunde zur Pyrgas-Hütte aufgebrochen werde. „Unter meiner Führung! Veranlassen Sie wegen Proviant und Bagasch das Weitere! Wir marschieren Punkt zehn Uhr ab! Servus, Herr Norbert!“

Seinen Ohren nicht trauend, rief Norbert: „Wie? Was? Er ist wohl nicht bei Trost?! Und den arroganten Ton verbitt ich mir! Für Ihn, den Jagdgehilfen, bin ich der Herr Haushofmeister! Verstanden!“

„‚Giften‘ S’ Ihnen, wie Sie mögen, vorher aber vollziehen Sie den Befehl der Duhrlauch! Alles herrichten und auffitragen!“ Eichkitz ließ den Kammerdiener in heller Entrüstung stehen und begab sich hurtig zum Theologen vor dem Jagdschlößl, dem er mitteilte, daß die Fürstin ihn erwarte.

„Ich danke Ihnen herzlichst, Herr Oberjäger, für Ihre Güte!“

Die Titelerhöhung schmeichelte Eichkitz nicht wenig, gönnerhaft und herablassend meinte er: „Ist gern g’schehen! Springen S’ hinauf! Hohe Herrschaften darf man nicht warten lassen!“ Dann eilte der Jäger zum Forsthause, um den Befehl zu überbringen. Und im voraus freute er sich, wie die Förster Hartlieb und Gnugesser bei ihrer Rückkehr aus dem Dienst zum Mittag überrascht und verblüfft sein werden, daß die Fürstin unter Führung des Jägers Eichkitz bereits am Vormittag ins Revier gegangen ist. Den Befehl mußte Eichkitz schriftlich hinterlegen und in das Schlüsselloch der Haustüre stecken, denn das Forsthaus war wie ausgestorben, die Männer und auch Frau Forstwart Amanda waren abwesend.