Daß er selber nicht das Lager nach Edith Irwin durchsuchen konnte, ohne die Aufmerksamkeit der Inder zu erregen und damit den Erfolg seines Vorhabens von vornherein zu vereiteln, war Heideck vollkommen klar. Und er hatte niemanden, den er mit der bedeutsamen Aufgabe betrauen konnte, als den treuen Morar Gopal, der ihm trotz aller drohenden Kriegsschrecknisse auch auf diesem Marsche nach Simla gefolgt war, obgleich ihm Heideck seine Entlassung unter Zahlung eines mehrmonatlichen Lohnes angeboten hatte.

So nahm er ihn denn, nachdem das Signal zum Halten und Absitzen gegeben worden war, beiseite und erteilte ihm seine Instruktionen, indem er ihm zugleich eine Handvoll Rupien für die etwa nötigen Bestechungen einhändigte.

Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte der Hindu seinen Worten, und das Mienenspiel seines klugen, dunklen Gesichts verriet, ein wie lebhaftes persönliches Interesse diese Angelegenheit seines Herrn für ihn hatte.

„Es wird alles geschehen, wie du es wünschest, Sahib!“ sagte er, und war bald nachher scheinbar spurlos in dem bunten Gewühl der schier zahllosen Dienerschaft der beiden indischen Fürsten verschwunden.


[XX.]

Während die Russen etwas abseits von dem Feldlager ihre Kochlöcher gruben und alle sonstigen Vorbereitungen für das Biwak trafen, hatte Heideck Gelegenheit, die Großartigkeit zu bewundern, mit der diese indischen Fürsten ihre Jagdvergnügungen in Szene setzten.

Die Zelte der beiden Maharadjahs hatten fast die Größe von einstöckigen Bungalos, und als er durch den offenen Eingang des einen in das Innere blickte, sah Heideck, daß es verschwenderisch mit roter, blauer und gelber Seide ausgeschlagen und mit den kostbarsten Teppichen ausgestattet war.