Fürst Tschadschawadse weigerte sich mit aller Entschiedenheit, den von Heideck für Mr. Kennedy und seine Familie erbetenen Passierschein auszustellen.

„Es tut mir leid, Herr Kamerad,“ sagte er, „aber es ist einfach unmöglich. Der Judge Advocate General ist ein sehr hoher Beamter, dem ich nicht gestatten kann, sich nach seinem Gefallen in das englische Hauptquartier zu begeben und dort Bericht über die hiesigen Vorgänge zu erstatten. Man würde mir eine so unangebrachte Liebenswürdigkeit höhern Ortes mit Recht sehr übel auslegen. Und ich möchte den guten Eindruck, den das Gelingen der Expedition nach Simla bei meinen Vorgesetzten gemacht hat, nicht gern durch eine unverzeihliche Torheit wieder verwischen.“

Heideck sah ein, daß gegen eine solche Entscheidung mit Zureden nichts auszurichten sein würde, und setzte Mr. Kennedy unter der Versicherung aufrichtigen Bedauerns von der Ergebnislosigkeit seiner Bemühungen in Kenntnis.

„So werde ich denn in Gottes Namen versuchen nach England zurückzukehren,“ sagte der alte Herr mit einem schmerzlichen Seufzer. „Fragen Sie bitte den Fürsten, ob er etwas dagegen hat, daß ich abreise und mich auf dem kürzesten Wege nach Carachi begebe? Vielleicht wird er mir wenigstens für diese Route einen Passierschein ausstellen.“

Dazu war Fürst Tschadschawadse sofort bereit.

„Im Rücken der russischen Armee mögen die Herrschaften meinetwegen reisen, wohin sie wollen,“ erklärte er. „Ich habe nicht den geringsten Anlaß den würdigen alten Herrn als einen Gefangenen zu behandeln.“

An demselben Tage noch hatte Heideck mit Edith eine ernste Unterhaltung über die Gestaltung ihrer nächsten Zukunft. Er fragte sie nach ihren Wünschen und Plänen; sie aber schmiegte sich zärtlich an seine Schulter und flüsterte:

„Ich habe keinen Wunsch als bei dir zu bleiben und keinen anderen Plan als dich glücklich zu machen.“