Seine Verabschiedung von dem Fürsten Tschadschawadse war so herzlich, wie es ihrem bisherigen Verhältnis entsprach. Der Fürst umarmte ihn wiederholt, und in seinen Augen schimmerte es feucht, als er dem Kameraden noch einmal glückliche Reise und die Lorbeeren des siegreichen Kriegers wünschte.

Auch Heideck schämte sich seiner Bewegung nicht, als er dem Fürsten zum letzten Mal die Hand drückte.

„Wenn Sie Ihren Pagen wiedersehen, so bitte ich Sie, auch ihm meine und Mrs. Irwins Abschiedsgrüße zu übermitteln.“

Ueber das Antlitz des Fürsten legte sich ein düsterer Schatten.

„Ich täte es wahrlich von Herzen gern, mein Freund! Aber ich werde meinen Pagen niemals wiedersehen! Schweigen wir von ihm! Es gibt Wunden, deren man sich nicht rühmen darf.“ —

Damit gingen sie auseinander.

Heideck, der wieder seine Zivilkleidung angelegt hatte, verbrachte die Nacht im Hotel und nahm dann den ihm von Mr. Kennedy angebotenen Platz in dessen Wagen ein. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß die Eisenbahn zwischen Lahore und Mooltan von der Station Montgomery aus fahrbar wäre. Mit der ihnen eigenen Zähigkeit setzten die Engländer in dem von dem Kriege nicht berührten Teile Indiens den regelmäßigen Eisenbahnbetrieb fort. War doch bei der ungeheuren Größe des Landes der Kampf der beiden Armeen in gewisser Hinsicht ein eng begrenzter. Im Westen Indiens, im Zentrum wie im Osten war vom Kriege kaum etwas wahrzunehmen. Nur die Truppentransporte auf den Bahnlinien zwischen Bombay und Kalkutta verrieten den Kriegszustand.

Die Eisenbahn im Westen sah keine Truppen mehr, seitdem die englische Armee von Lahore zurückgegangen war, und diese Strecke war deshalb für den gewöhnlichen Verkehr wieder vollständig freigegeben.

Auch bei der indischen Bevölkerung dieser Gegend war durchaus nichts von einer besonderen Erregung wahrzunehmen. Nur die unmittelbare Gegenwart der russischen Truppen hatte das geduldige und friedfertige Volk in Aufruhr versetzt. Selbst durch Chanidigot fuhren die Reisenden ohne eine Störung des Betriebes oder einen unerwarteten Aufenthalt.

Das Wetter war nicht zu heiß, da die Zeit der Gewitter begonnen hatte, und das Reisen in den höchst bequemen, geräumigen Eisenbahnwagen wäre unter anderen Verhältnissen ein wahres Vergnügen gewesen.