Die Fahrt war wundervoll für jeden, den nicht schwere Sorgen unempfindlich machten für die Erhabenheit der Natur. Heideck, der glücklich war, sich endlich auf dem Heimwege zu befinden, genoß in vollem Maße die Schönheit des Meeres und des Himmels. Die bangen Zweifel, die ihn zuweilen wegen Ediths und seiner eigenen Zukunft überkamen, wurden unterdrückt durch den Reiz ihrer Gegenwart. Wohl hielten die Stürme ihres Charakters ihn beständig in unruhiger Bewegung, aber er liebte Edith, die seit jener Stunde, da sie ihm erklärt hatte, daß sie ihn niemals verlassen würde, ganz Hingebung und Zärtlichkeit war, als wäre sie von einer beständigen Furcht gequält, daß er sie dennoch eines Tages von sich stoßen könnte.
So saßen sie wieder einmal auf dem Promenadendeck beieinander. In azurblauen Wogen rauschte das Meer um die Planken des Schiffes. Ein wunderbares Flimmern und Leuchten ging von der unabsehbaren Fläche aus. Die ganze Welt schien in Licht gebadet; aber das doppelte Sonnendach über den Häuptern des jungen Paares wehrte der Glut der Sonne, und ein erfrischender Lufthauch strich unter ihm dahin.
„Du würdest also in Brindisi mit mir an Land gehen?“ fragte Heideck.
„In Brindisi oder schon in Aden oder in Port Said — wo du willst.“
„Ich denke, Brindisi wird der geeignetste Platz sein. Dann fahren wir zusammen nach Berlin.“
Edith nickte zustimmend.
„Aber ich weiß nicht, wie lange ich in Berlin bleibe,“ fuhr Heideck fort. „Ich hoffe, man schickt mich nicht sofort wieder zur Armee.“
„Dann gehe ich mit dir, wohin es auch sei,“ sagte sie so ruhig, als ob es sich um etwas ganz Selbstverständliches handle.
„Das ist wohl nicht gut möglich,“ erwiderte er lächelnd. „Bei uns führt man Krieg ohne Frauen.“