Bald war der Dampfer so nahe gekommen, daß man ihn erkennen konnte. Es war der kleine französische Kreuzer ‚Forbin‘, und er mußte mit der ‚Caledonia‘ zusammentreffen, wenn diese ihren Kurs fortsetzte.

Der ‚Forbin‘ war ein Kreuzer dritter Klasse; er war nicht so schnell wie die ‚Caledonia‘, die Offiziere schätzten seine Geschwindigkeit auf 21 Seemeilen, und wenn es einen Wettlauf gegolten hätte, so wäre der ‚Forbin‘ unterlegen; aber wenn die ‚Caledonia‘ nach Brindisi fuhr, mußte sie dem Franzosen begegnen und ihrer Wegnahme gewärtig sein. Infolgedessen änderte der Kapitän seinen Kurs und fuhr westlich in der Richtung auf Malta, ohne auf das Signal zum Stoppen und die nachfolgenden Schüsse zu achten, von denen nur einer durch die Takelage ging, ohne jedoch nennenswerte Havarie anzurichten.

‚Jetzt ist es Mittag,‘ sagte sich Heideck. ‚Wir sollten morgen in Brindisi sein. Statt dessen werden wir wohl morgen in La Valetta sein, wenn nicht etwa der Kapitän wiederum den Kurs ändert und auf die Schnelligkeit der ‚Caledonia‘ vertraut, um trotz des ‚Forbin‘ Brindisi zu erreichen.‘

Da erscholl ein Ruf. Der Posten hatte ein Schiff an Backbord voraus gemeldet.

Aber neben jenem einen tauchten innerhalb der nächsten Minuten noch weitere zwei Fahrzeuge auf.

Das eine davon war, wie sich nachher herausstellte, der französische Kreuzer zweiter Klasse ‚Aréthuse‘, die beiden anderen der geschützte Kreuzer ‚Chanzy‘ und ein Torpedojäger.

Unmöglich konnte die ‚Caledonia‘ an den Franzosen vorbei nach Malta kommen, denn der Torpedojäger, viel schneller als sie, ging gewiß bei Volldampf mit 27 Seemeilen Fahrt in der Stunde. So blieb dem Kapitän nichts anderes übrig; er drehte und fuhr zurück in der Richtung auf Alexandria.

Während der große Dampfer aber noch seine Drehung machte, wurde schon an Bord wahrgenommen, daß auch die Franzosen ihn gesehen hatten und auf ihn Jagd machten.

Inzwischen war auch der ‚Forbin‘ wieder bedeutend näher gekommen und versuchte die ‚Caledonia‘ abzuschneiden. Infolgedessen ließ der Kapitän noch weiter südlich steuern.