„Ich gebe Ihnen mein Wort.“
In schmerzlichster Gemütsverfassung verließ er das Zimmer. Es war ihm, als ob er über die Leiche des teuersten Wesens hinwegschreiten müsse, um seine Pflicht zu erfüllen.
Am Abend brachte ihm die Zofe der Mrs. Kennedy ein Billet von Edith, worin sie ihn mit wenig Worten ersuchte, sogleich zu ihr zu kommen. Er fand sie in ihrem dämmerigen Zimmer auf dem Ruhebett; aber bei seinem Eintritt stand sie auf und ging ihm anscheinend ruhig entgegen.
„Du hast recht, mein Freund, ich bin inzwischen zur Vernunft gekommen. Es gibt keine andere Möglichkeit — wir müssen uns trennen.“
„Ich schwöre dir, Edith — —“
„Schwöre mir nichts! — Die Zukunft liegt allein in Gottes Hand.“
Sie streifte vom Goldfinger ihrer linken Hand den Reif mit dem kostbaren Brillanten, der den Anlaß zu ihrer ersten bedeutsamen Unterredung gegeben hatte.
„Nimm diesen Ring, mein Freund, und denke an mich, so oft dein Blick auf ihn fällt.“ Die Tränen erstickten jetzt ihre Stimme. „Sei ohne Sorge um mich und meine Zukunft. — Ich gehe mit der Familie Kennedy nach England.“