Er gab den beiden Seeleuten einen Wink, sich zu entfernen. Dann wandte er sich an Heideck.
„Dieser Herr ist ein Geschäftsfreund. Und ich möchte wohl wissen, was er und meine Angelegenheiten überhaupt den Herrn Offizier angehen. Ich bin hier, um meine Heringe zu verkaufen, das ist doch wohl nicht verboten?“
„Gewiß nicht! Aber nicht nur Sie haben Ihre Geschäfte, Mynheer, sondern auch ich habe die meinigen. Und ich denke, es wäre für uns beide das angenehmste, wenn wir sie gleich hier abmachen könnten und nicht erst zur ‚Gefion‘ hinüberzurudern brauchten.“
„Zur ‚Gefion‘? — Was soll das heißen? — Mit welchem Recht wollten Sie mich dazu zwingen? — Meine Papiere sind in Ordnung, ich kann sie Ihnen vorlegen.“
„Ich bitte darum. — Aber wollen Sie nicht endlich auch die Freundlichkeit haben, mir den Namen dieses Herrn zu nennen? Es ist wirklich von Interesse für mich, Ihren Geschäftsfreund kennen zu lernen.“
Jetzt hielt es der andere für angemessen, sich selbst vorzustellen.
„Ich heiße Camille Pénurot,“ sagte er, „und bin Materialwarenhändler in Breskens. Maaning Brandelaar hat mir seine Ladung zum Kauf angeboten, und ich bin mit ihm gekommen, um mir die Ware anzusehen.“
„Was ohne Zweifel am besten bei Nacht geschieht,“ erwiderte Heideck in sarkastischem Ton, aber mit unerschütterlich ernster Miene. „Lassen Sie mich also Ihre Papiere sehen, Mynheer Brandelaar.“
Wie er es nicht anders erwartet hatte, befanden sich diese Papiere in bester Ordnung. Die dem Reeder Maximilian van Spranekhuizen in Rotterdam gehörige Fischersmack ‚Bressay‘ kam mit einer Ladung von gesalzenen Heringen von Lerwick. Kapitän Maaning Brandelaar — Bestätigung der englischen Hafenbehörde in Lerwick — alles in vollkommener Richtigkeit.
„Sehr schön!“ sagte Heideck. „Zwar hat Kontre-Admiral Sir Frederik Hollway in Dover sein Visum nicht darauf gesetzt. Aber das war ja auch gar nicht notwendig.“