„Darauf, ob ich persönlich Mitleid mit Ihnen habe oder nicht, wird sehr wenig ankommen. Sie werden mit mir zur ‚Gefion‘ fahren und dann in Vlissingen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Denn die Tatsache, daß Sie Brandelaars Mitschuldiger geworden sind, läßt sich nicht aus der Welt schaffen. Er hat soeben mit aller Bestimmtheit behauptet, die beiden Brote seien für Sie bestimmt gewesen.“

„Für mich? — Das ist eine nichtswürdige Lüge. Noch nicht einen Penny habe ich von den Engländern erhalten.“

„Na, so ganz ohne besonderen Grund machen Sie sich doch wohl nicht das Vergnügen, zu nächtlicher Stunde ein Heringsschiff zu besuchen? Die Ladung konnte doch wohl auch ohne Ihre Besichtigung an Herrn Eberhard Amelungen abgeliefert werden?“

„An Eberhard Amelungen?“

„Stellen Sie sich doch nicht so unwissend! Brandelaar hat schon so viel gestanden, daß Sie ruhig alles zugeben können. Die Herren Amelungen und van Spranekhuizen sind im Komplott miteinander, um eine ganz regelrechte Spionage im Interesse Englands zu betreiben. Sie werden als Mittelsperson benutzt, und Maaning Brandelaar versucht, sich heraus zu winden, indem er Sie opfert.“

„Wahrhaftig, so scheint es. — Aber ich bin ganz unschuldig, Herr Major — ich habe von all dem nichts gewußt. Als Brandelaar das letzte Mal aus der Schelde hinausfuhr, besuchte er mich hier in Breskens, und da sagte er mir, daß er bald wiederkehre und daß es ein gutes Geschäft für mich werden würde.“

„Wann ist das gewesen?“

„Vor drei Wochen. Ich hatte keinen Grund Brandelaar zu mißtrauen, weil er schon öfter für Eberhard Amelungen geliefert hatte.“

„Und heute? Weshalb sind Sie an Bord gekommen?“

„Brandelaar verlangte es. Er sagte, ich solle mir die Ladung ansehen und mit ihm besprechen, ob hier oder in Terneuzen gelöscht werden solle.“