„Nun wohl, Herr Pénurot, ich will Ihnen etwas sagen. Sie werden mit mir nach Antwerpen fahren, und ich werde mich dort bei Herrn Amelungen davon überzeugen, ob Sie wirklich so unschuldig sind, wie Sie sagen, und wie ich Ihnen einstweilen gern glauben will.“

Der Materialwarenhändler schien noch immer einigermaßen beunruhigt.

„Aber der Herr Major werden mich doch nicht vor das Kriegsgericht bringen?“

„Das wird sich finden. Ich verspreche Ihnen nichts. Alles wird von der Auskunft abhängen, die ich von Herrn Amelungen über Sie erhalte, und davon, wie Sie sich fernerhin benehmen. Ich werde jetzt Brandelaar wieder herunterkommen lassen, und Sie werden schweigen, während ich mit ihm rede.“

„Ich werde selbstverständlich alles tun, was der Herr Major befehlen.“

Brandelaar wurde in die Kajüte gerufen, und Heideck sagte:

„Hören Sie, Maaning Brandelaar, ich weiß alles, und ich brauche Ihnen wohl nicht erst zu sagen, daß es mehr als genug ist, um Ihnen nach Kriegsrecht den Hals zu brechen. Aber ich will Ihnen einen Weg zeigen, wie Sie sich retten können: Fahren Sie morgen nach Terneuzen und warten Sie dort auf Nachricht von mir. Ich werde Ihnen die Ausführung Ihres Auftrages bequem machen, indem ich selbst Ihnen die Antworten auf die Fragen des Admirals Hollway aufschreibe. Die mögen Sie dann Ihrem Auftraggeber nach Dover bringen. Aber ich werde Ihnen gleichzeitig eine Reihe von Fragen mitgeben, auf die Sie Ihrerseits mir zuverlässige Antworten nach Vlissingen zu bringen haben. Führen Sie diese Mission zu meiner Zufriedenheit aus, so zahle ich Ihnen bei Ihrer Rückkehr dreitausend Mark. Da Sie außerdem Ihre Belohnung von dem Admiral erhalten, machen Sie also ein recht gutes Geschäft. Aber hüten Sie sich vor jedem Versuch, mich zu betrügen, er würde herzlich schlecht für Sie ablaufen. Ich weiß ja nun, wo ich Sie fassen kann, und Sie würden verhaftet werden, sobald Sie sich wieder irgendwo an der holländischen Küste zeigten. Also gehen Sie weislich mit sich zu Rate!“

Das breite Gesicht des Schiffers hatte sich immer mehr aufgehellt, und jetzt verzog er die Lippen zu einem pfiffigen Grinsen.

„Dreitausend Mark! Wenn das ein Wort ist, Herr Major, so können Sie sich darauf verlassen, daß ich Sie ehrlich bediene.“

„Es kommt vielleicht nicht so sehr auf Ihre Ehrlichkeit als auf Ihre Geschicklichkeit an. Entspricht die Auskunft, die Sie mir bringen, meinen Erwartungen nicht, so wird selbstverständlich auch die Zahlung demgemäß ausfallen. Wie die Ware, so der Preis.“