„O, Herr Major, das ist doch nicht so wunderbar! Frankreich hat Belgien besetzt, Deutschland die Niederlande. Darüber herrscht im Lande natürlich große Erbitterung.“

„Mag sein. Aber wohlhabende Kaufleute pflegen sich trotzdem nicht aus bloßem Patriotismus in Gefahr für Leib und Leben zu stürzen. Das tun in der Regel nur solche Leute, die nicht viel zu verlieren haben.“

„Ich sagte Ihnen bereits, daß meines Vaters Frau eine Engländerin ist. Ihr zuliebe tut er vieles, wozu ihn sonst gewiß nichts veranlassen würde. —“

Heideck erhielt die Meldung, daß die Dampfpinasse bereit sei, und er forderte Pénurot auf, mit ihm das Fahrzeug zu besteigen. Im Hafen von Vlissingen verabschiedete er sich für eine Weile von ihm, mit der Weisung, ihn in einer Stunde auf seinem Bureau aufzusuchen, dessen Lage er ihm genau bezeichnete. Er hegte keine Besorgnis, daß Pénurot die Flucht ergreifen würde. Dieses Herrn war er unbedingt sicher.


[XXVII.]

Auf seinem Bureau, das in der Nähe des Hotels zum ‚Herzog von Wellington‘ lag, fand Heideck seine Untergebenen in eifrigster Tätigkeit. Ein Leutnant war damit beschäftigt, die französischen und deutschen Zeitungen auf bemerkenswerte Mitteilungen hin durchzusehen, während ein anderer die russischen und die englischen Blätter studierte. Von den letzteren gab es freilich nicht viele und nicht die neuesten Nummern. Denn man war ausschließlich auf diejenige Lektüre angewiesen, die waghalsige Schiffer und Fischer heimlich von den britischen Inseln herüberschmuggelten.

Aus Petersburg lagen mehrere Depeschen vor, die neue Siegesnachrichten aus Indien brachten.