„Ich weiß nichts von dem, dessen Sie mich da beschuldigen,“ sagte er tonlos. „Sie haben die Gewalt in Händen und können daher über mich verfügen. Aber ich habe nichts zu gestehen.“

„Auch dann nicht, wenn ich Ihnen sage, daß ich meine Wissenschaft aus dem Munde Ihres eigenen Sohnes habe?“

Der Kaufmann starrte den Sprechenden mit großen, angstvollen Augen an.

„Aus dem Munde meines Sohnes? — Aber ich — ich habe ja gar keinen Sohn.“

„So hat Herr Camille Pénurot also gelogen, als er Sie seinen Vater nannte?“

„Um Gottes willen, seien Sie barmherzig! Spannen Sie mich nicht auf die Folter! Was ist’s mit Camille? Wo befindet er sich? —“

„Er ist bei der Ausübung der Spionage betroffen worden. Und was weiter mit ihm geschieht, wird zum großen Teil von Ihrem eigenen Verhalten abhängen.“

Eberhard Amelungen fiel wie gebrochen in seinen Schreibsessel.

„Mein Gott — mein Gott! — Sie haben doch nicht die Absicht, ihn ins Gefängnis zu werfen — ihn vielleicht gar zu erschießen?“

„Sein Schicksal liegt, wie Sie sich denken können, nicht allein in meiner Hand. Aber mein Einfluß ist vielleicht gerade in diesem Fall ziemlich bedeutend, und es würde jedenfalls von Wert sein, wenn ich ihn zu Ihren und zu seinen Gunsten in die Wagschale werfen würde. Darum gebe ich Ihnen noch einmal zu bedenken, ob Sie nicht nach Lage der Dinge am besten tun würden, ganz offen gegen mich zu sein. Ihre Hintermänner können Sie nicht mehr schützen, und Sie dürfen Ihre Hoffnungen nur noch auf die Milde der deutschen Behörden setzen. Weisen Sie darum die Möglichkeit nicht zurück, sich diese Milde zu sichern.“