Der Handelsherr kämpfte ersichtlich einen schweren Kampf. Aber nach Verlauf einiger Augenblicke hob er den Kopf und erwiderte in einem veränderten, trotzig klingenden Tone:
„Machen Sie mit mir, was Sie wollen — ich habe nichts zu gestehen.“
Nun nahm auch Heideck eine strengere, dienstliche Haltung an.
„Dann werden Sie sich nicht beklagen dürfen, wenn ich jetzt damit beginne, eine Haussuchung bei Ihnen vorzunehmen.“
„Verfahren Sie, wie Sie es für gut halten. Der Eroberer darf sich ja alles herausnehmen.“
Heideck öffnete die Tür und ließ zwei der Berliner Kriminal-Polizisten eintreten, die mit einer großen Anzahl von Schutzleuten nach Antwerpen kommandiert worden waren, und die er sich für diesen Gang ausgebeten hatte. Er war allerdings von vornherein überzeugt, daß sie nichts finden würden; denn Eberhard Amelungen wäre sehr ungeschickt gewesen, wenn er sich nicht längst auf die Möglichkeit eines solchen Besuches vorbereitet und danach seine Maßnahmen getroffen hätte. Es war dem Major, als er sie mitgebracht hatte, viel mehr um den moralischen Eindruck der ganzen Prozedur zu tun gewesen. Und er war Menschenkenner genug, um zu sehen, daß dieser in der Tat nicht ausblieb.
„Noch eins, Herr Amelungen,“ sagte er. „Ungefähr in demselben Augenblick, wo wir hier mit der Nachsuchung beginnen, wird eine solche auch in Ihrer Privatwohnung erfolgen. Ich erwarte in jeder Minute den Bericht der damit betrauten Beamten.“
Amelungen atmete schwer. Sein scheuer Blick suchte in Heidecks Gesicht zu lesen. Dann, nach einem letzten inneren Kampfe, flüsterte er:
„Schicken Sie diese Leute hinaus, Herr Major! — Ich möchte unter vier Augen mit Ihnen reden.“
Als Heideck seinem Verlangen Folge geleistet hatte, fuhr er in hastigen, wie in schwerer Anstrengung hervorgestoßenen Worten fort: