Der Kaufherr mochte wohl einsehen, daß es kein Ausweichen mehr gab, und überreichte sichtbar erregt Heideck das kleine Konvolut.

Der Major nahm es an sich, ohne den Inhalt sogleich einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

„Und Sie versichern mir bestimmt, Herr Amelungen, daß sich sonst nichts auf diese Angelegenheit Bezügliches in Ihren Händen befindet?“

„Nichts! Ich versichere es Ihnen bestimmt, Herr Major!“

Heideck stand auf.

„So lege ich Ihnen hiermit die Verpflichtung auf, daß Sie keinen Versuch machen, die Stadt zu verlassen oder sich sonstwie den deutschen Behörden zu entziehen. Sie werden diese Verpflichtung nicht nur für Ihre eigene Person, sondern auch für die Ihrer Gattin übernehmen; und Sie werden mir außerdem versprechen, sofort alle Beziehungen zu den in diese Spionage-Angelegenheit verwickelten Persönlichkeiten abzubrechen — es sei denn, daß Sie auf unsere Veranlassung und im Einvernehmen mit uns handelten.“

Eberhard Amelungen, dessen Widerstandskraft in dieser qualvollen Stunde gänzlich gebrochen schien, nickte zustimmend.

„Ich verspreche Ihnen das eine wie das andere, Herr Major!“

Heideck ließ einen Kriminalbeamten, nachdem er ihm Instruktionen erteilt hatte, zur Beobachtung zurück und begab sich unverzüglich in das Bureau des Oberstleutnants von Nollenberg, der dem Nachrichtendienst für Antwerpen vorstand. Er berichtete ihm von dem Ergebnis seiner Unterredung und prüfte in seiner Gegenwart die konfiszierten Papiere.