Bedächtig, aber mit aller Entschiedenheit schüttelte der Schiffer den Kopf.

„Unmöglich! — Auch wenn ich schon wieder von hier fortkönnte, bei diesem Wetter würde es doch nicht gehen.“

„Es muß gehen. Das Wetter ist nicht so schlecht. Und ich weiß, daß Sie nicht der Mann sind, der sich vor einem Sturm fürchtet.“

„Fürchten — nein! — Und es mag wohl sein, daß ich mit meiner Smack schon schlimmere überstanden habe als diesen. Aber es ist etwas anderes um die Gefahr, mit der man fertig werden muß, weil man ihr nicht entrinnen kann, und um die, der man sich leichtsinnig aussetzt. Wenn ich auf der Fahrt bin, mag kommen, was Gott gefällt; aber so — —“

„Keine Worte, Brandelaar,“ fiel Edith ihm ungeduldig in die Rede. „Wenn Sie selber nicht fortkönnen oder nicht fahren wollen, unter Ihren Bekannten hier wird es doch sicher einen geben, der mutig und gescheit genug ist, sich auf leichte Art ein paar hundert Pfund zu verdienen.“

In den kleinen Augen des Schiffers leuchtete es auf.

„Ein paar hundert Pfund? Liegt Ihnen wirklich so viel daran, noch heute von Vlissingen fortzukommen? Wir sind ja doch kaum gelandet!“

„Ja, es liegt mir sehr viel daran. Und ich sagte Ihnen schon, daß es mir ganz gleichgültig ist, wieviel es kostet.“

Der Schiffer, der offenbar schwankend geworden war, rieb sich nachdenklich das Kinn.

„Hm! — Ich selber könnte es allerdings nicht machen. Ich habe wichtige Nachrichten für den Herrn Major, und er würde es mir mit Recht verübeln, wenn ich auf und davon ginge, ohne ihn auch nur gesprochen zu haben. Aber vielleicht — vielleicht könnte ich einen Schiffer ausfindig machen, der sich auf das Wagestück einließe, vorausgesetzt, daß auch für mich etwas dabei abfiele.“