Ein paar Minuten vergingen, ehe ein prächtig gekleideter Palastbeamter mit der Meldung zurückkam, daß Seine Hoheit augenblicklich niemanden empfangen könne. Der Herr Oberst würde Nachricht erhalten, sobald die erbetene Audienz bewilligt werden würde.
Jetzt schwang sich der Befehlshaber aus dem Sattel und ging festen, sporenklirrenden Schrittes in das Schloß, seinen Säbel mit lautem Gerassel hinter sich her über die Marmorfliesen schleifend.
„Melden Sie dem Fürsten, daß ich auf der Stelle mit ihm zu reden habe!“ rief er mit drohender Stimme den Palastbeamten und Dienern zu, die ihm in sichtlicher Bestürzung folgten.
Einer so kategorischen Erklärung wagte man offenbar keinen Widerstand mehr entgegenzusetzen. Alle Tore öffneten sich vor dem Engländer, und auch im Vorzimmer brauchte er kaum eine Minute lang zu warten, ehe sich der Fürst bereitfinden ließ, ihn zu empfangen.
Auf einer kleinen, hochgelegenen Terrasse des Erdgeschosses saß der Maharadjah beim Luncheon. Er veränderte seine absichtlich lässige Haltung nicht, als der englische Resident auf ihn zutrat. Und der sprühende Blick, mit dem seine dunklen Augen sich auf den Eindringling richteten, sollte den Fremden offenbar einschüchtern.
Den Helm auf dem Kopf, die Faust auf den Säbel gestützt blieb der Oberst hart vor dem Fürsten stehen.
„Ich habe mit Ihnen zu sprechen, Maharadjah!“
„Und ich habe Ihnen durch meine Diener sagen lassen, daß ich jetzt nicht zu sprechen bin. Sie sehen, ich bin bei der Mahlzeit!“
„Das darf für Sie kein Hindernis sein, den Vertreter Seiner britischen Majestät zu empfangen. Der Bescheid, den Sie mir erteilen ließen, war eine Beleidigung, die bei einer Wiederholung nicht ungesühnt bleiben würde.“