In aufloderndem Zorn fuhr der Fürst von seinem Sessel empor. Er schleuderte dem Obersten ein Schmähwort ins Gesicht, und seine Rechte fuhr gleichzeitig nach dem Dolche in seinem Leibgurt. Erschrocken prallte der Diener zurück, der eben im Begriff gewesen war, ihm auf silberner Schale eine rotschimmernde Languste zu präsentieren. Der Oberst aber setzte, ohne sich auch nur um Haaresbreite von seinem Platze zu rühren, das silberne Jagdpfeifchen an den Mund, das an seiner Schulter hing. Zwei gellende Pfiffe ertönten, und unmittelbar darauf wurde das Trappeln von Pferdehufen und das Klirren von Waffen vernehmlich. Die hohen, blaugestreiften Turbane der Reiter und die Fähnchen ihrer Lanzen tauchten neben der Terrasse auf.

„Man rufe meine Leibgarde!“ schrie der Fürst mit vor Wut heiserer Stimme.

Aber mit eisiger Ruhe klang es von den Lippen des Obersten:

„Wenn Sie Ihre Leibgarde kommen lassen, Maharadjah, sind Sie ein toter Mann. Das wäre Rebellion. Und mit Rebellen pflegen wir keine Umstände zu machen.“

Der Fürst preßte die Lippen zusammen. Die mit ungeheurer Anstrengung beherrschte Wut ließ seinen Körper wie im Fieber erzittern. Aber er mußte einsehen, daß er hier der schwächere sei, denn ohne ein weiteres Wort ließ er sich wieder in seinen Sessel fallen.

Der Oberst trat an die Brüstung der Terrasse.

„Wachtmeister Thomson!“ rief er in den Park hinaus.

Auf den Marmorstufen erklangen schwere Schritte, und der Gerufene, dem zwei Soldaten folgten, trat in dienstlicher Haltung seinem Vorgesetzten gegenüber.

„Wissen Sie, Wachtmeister, wer der Herr dort am Tische ist?“

„Zu Befehl, Herr Oberst! Das ist Seine Hoheit der Maharadjah.“