Ueberrascht sah er sie an: „Wie, Mrs. Irwin, Sie wollen mir die Freude versagen, Sie begleiten und schützen zu dürfen? Und weshalb?“

„Sie haben soeben selbst gehört, daß alle Dispositionen geändert worden sind. Wären wir nach Quetta gegangen, so hätten Sie, sobald unsere Armee über die Grenze ging, leicht irgend einen anderen Platz aufsuchen können; wenn es aber auf indischem Boden zum Kampfe kommt, so befänden Sie sich in beständiger Gefahr.“

„In meiner Eigenschaft als Ausländer? Gewiß. Ich würde unter Umständen manchen Unbequemlichkeiten ausgesetzt sein. Aber ehe ich meine Entschließungen ändere, möchte ich von Ihnen hören, ob Sie auch unter diesen neuen Verhältnissen bei der Truppe bleiben werden?“

„Da Mrs. Baird mir die Erlaubnis dazu gegeben hat — ja.“

„Und Sie glauben, daß ich weniger Mut zeigen werde, als Sie, die Sie sich damit ohne Zweifel ebenfalls ernsten Gefahren aussetzen?“

„Wie dürfte ich an Ihrem Mute zweifeln, Mr. Heideck! Aber das ist doch etwas ganz anderes. Wir Soldatenfrauen gehören nun einmal zu den Männern, denen wir nach Indien gefolgt sind. Und überdies sind wir vielleicht nirgends sicherer, als bei der Armee. Sie aber haben mit diesem Kriege und mit unserem Heere nichts zu tun. Wenn Sie jetzt von hier abreisen und in weiter Entfernung vom Kriegsschauplatze, vielleicht in einer der Hillstations, wo Sie auch von der Pest nichts zu fürchten haben, Wohnung nehmen, so wird man Sie als deutschen Kaufmann gewiß unbehelligt lassen.“

„Und warum gehen Sie selbst nicht in eine solche Hillstation, Mrs. Irwin? Ich würde Ihnen Simla vorschlagen, wenn es nicht dem Kriegsschauplatz nahe läge. Aber gehen Sie doch nach Poona oder in sonst einen der südlichen Gebirgsorte.“

Die junge Frau schüttelte den Kopf.