„Ich darf mir darüber kein Urteil erlauben, Mrs. Irwin.“

„Aber Sie müssen doch eine Meinung haben. Und es läge mir unendlich viel daran, sie zu erfahren.“

„Nun denn — ich glaube an die englische Tapferkeit, aber nicht an einen englischen Sieg.“

Sie seufzte tief auf, aber sie neigte zustimmend den Kopf, wie wenn er damit nur ihrer eigenen Ueberzeugung Ausdruck gegeben hätte. Dann reichte sie ihm die Hand und sagte leise:

„Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, und es ist selbstverständlich, daß von mir niemand erfahren wird, wer Sie sind. Aber nun bestehe ich erst recht darauf, daß Sie uns um Ihrer eigenen Sicherheit willen verlassen.“

„Und wenn ich mich weigerte? Wenn ich es gerade in meiner Eigenschaft als Soldat für meine Ehrenpflicht hielte, Sie jetzt nicht im Stich zu lassen? Würden Sie mir darum zürnen? Würden Sie mir nicht mehr gestatten, das Glück Ihrer Gesellschaft zu genießen?“

Ihre Brust hob sich, aber sie senkte den Kopf und schwieg. Deutlich sah Heideck die glitzernde Träne, die sich unter ihren Wimpern hervorstahl und langsam über ihre zarte Wange herabrollte.

Das war ihm Antwort genug. Er beugte sich herab, und indem er ihre beiden Hände küßte, flüsterte er:

„Ich wußte, daß Sie nicht die Grausamkeit haben würden, mich zurückzustoßen. Wohin auch immer das Schicksal Sie führen mag, es wird mich an Ihrer Seite finden, solange Sie noch meines Schutzes bedürfen.“

Ein paar Sekunden lang hatte sie ihm ihre Hand überlassen. Dann entzog sie sie sanft dem Druck der seinen.