»Ha!« rief der König, den Missionar unterbrechend. »Doch lies weiter!«
»Zwei Frauen aus dem Krale Sirajos hatten sich geflüchtet und auf britischem Boden Schutz gesucht. Darauf ist eine Kriegerschar in der Nacht bis auf zehn Meilen weit in britisches Gebiet hereingebrochen, hat sich der Frauen bemächtigt, sie zurückgeschleppt und vor dem Krale Sirajos mit Steinen totgeworfen, worin sich nicht nur eine Mißachtung der britischen Gesetze, sondern auch eine grausame und wilde Gesinnung gezeigt hat.«
»Halt ein!« rief der König. »Wie ist die Sache mit den Frauen, Sirajo?«
»Es ist so, wie der Engländer schreibt,« entgegnete der Prinz. »Zwei meiner Frauen zeigten sich widerspenstig, und als ich sie züchtigen wollte, flohen sie heimlich. Ich erfuhr jedoch durch meine Spione, wo sie waren, ließ sie wiederholen und tötete sie, wie sich das gehört.«
»Du hast recht,« sagte der König. »Der Engländer ist unverschämt, sich darüber zu beklagen. Aber es wäre klüger gewesen, mein Bruder, du hättest nicht in dieser Zeit der friedlichen Verhandlungen den stolzen und übermütigen Engländern einen Vorwand zu Klagen gegeben. Das war eine Thorheit von dir, und wenn du künftig nicht klüger handelst, so kann ich dir den Oberbefehl an der Grenze nicht lassen.«
Der Prinz blickte betroffen vor sich nieder. »Lies weiter,« sagte der König.
»Ebenso scheint es mir eine bedauernswerte Unkenntnis der englischen Gesetze und der Verfassung in den englischen Besitzungen zu sein,« fuhr der Missionar fort, »wenn der König voraussetzt, daß die Regierung der Kapkolonie ein Bündnis zum Kriege gegen das Transvaalland mit ihm abschließen würde. Die Buern in Transvaal sind gute und getreue Unterthanen der Königin, und ihr Land wird von der britischen Regierung beschützt, aber nicht geschädigt werden. Der König Tschetschwajo hat schon seit längerer Zeit den Distrikt Utrecht für sich beansprucht, aber es kann ihm nicht deutlich genug ausgesprochen werden, daß jenes Land ihm nicht zukommt und daß er sich jeder Ansprüche darauf zu entschlagen hat.«
»Ich bitte dich,« sagte der Missionar, indem er seine Lektüre unterbrach, »bedenke, daß ich nur lese. Laß deinen Zorn nicht auf den unschuldigen Mund fallen, der fremde Worte ausspricht, weil du es ihm befohlen hast.«
Der Missionar hatte wohl Grund zu dieser Bitte, denn der König war so wütend, daß er nur mühsam atmen konnte, und seine rechte Faust packte das elfenbeinerne schwere Scepter, als wollte er den Überbringer der Botschaft zu Boden schlagen.
»Lies!« rief der König.