»Ja, es ist nur ein Schwarzer,« sagte der alte Missionar mit bewegtem Tone. »Aber ich sage Euch, in diesem Manne stirbt ein besserer Christ, als viele Tausende mit weißer Haut Christen sind. Titus Afrikaner, mein Freund, mein Bruder, sieh mich an! Wie geht es dir?«

Titus Afrikaners Tod.

Die eindrucksvolle Stimme des Missionars und der Anblick des tödlich Verwundeten hatten Ruhe hervorgerufen, und ein weiter Kreis von schwarzen und weißen Menschen bildete sich um den am Boden liegenden Häuptling und den über ihn geneigten alten Mann.

Titus Afrikaner schlug die Augen auf und sah dem Missionar mit einem glücklichen Lächeln ins Gesicht. »Du hast mich einen Christen genannt, mein Vater,« sagte er. »Nun werde ich den Mann auf dem Berge sehen, der mir seine Hand entgegenstreckte. Ich gehe der Erscheinung Jesu Christi entgegen.«

»Ja, du wirst ihn sehen, den Heiland,« sagte der Missionar, »seine erlösende Hand wird dich aus der Angst der Sünde befreien und wird dir die Krone reichen, die dem bestimmt ist, der sich selbst besiegte. Aber sprich, mein Freund, können wir nichts thun, dein Leben zu retten? Wir wollen deine Wunde verbinden, und du wirst genesen.«

Titus Afrikaner schüttelte langsam den Kopf. »Hier sitzt der Tod,« sagte er, auf seine Brust zeigend. »Laßt mich ruhig liegen. Ich sterbe gern in deinem Arm, mein Vater. Du rettetest meine Seele vom Verderben. Ehe ich dich kannte, war ich nur ein wildes Tier, du hast mich zu einem Christen gemacht.«

Der Missionar sah, daß der Häuptling die Wahrheit sprach, als er seinen Tod als nahe bezeichnete, denn die Wunde saß nahe der Herzgrube, und das Blut quoll nur in einzelnen Tropfen hervor. Das Gesicht des Verwundeten verlor nach und nach die Farbe des Lebens, und die Augen bekamen einen überirdischen Ausdruck.

»Gott ist sehr gütig, daß er mich sterben läßt,« sagte der sterbende Häuptling mit leiser Stimme. »Nun wird mich keiner der Krieger mehr verspotten, und ich werde in ein Land kommen, wo nur Christen sind.«

Dann blickte er sich suchend um, und als er den einzigen seiner Anhänger, der ihm treu geblieben war, im Kreise der Umgebenden stehen sah, winkte er ihm mit den Augen, näher zu kommen. Der treue Basuto ging auf ihn zu und benetzte seine Hand mit Thränen.