»Ich danke dir, mein Bruder, daß du bei mir geblieben bist,« sagte Titus Afrikaner. »Lebe wohl und bleibe Christo so treu, wie du deinem Häuptling geblieben bist. Dann werden wir uns im himmlischen Jerusalem wiedersehen.«

Damit faltete er die Hände, die ehemals so tapfer und geschickt die Büchse zu handhaben verstanden hatten, über der Brust und betete in Gemeinschaft mit dem Missionar, bis sein Atem zu schwach wurde, um noch Worte hervorzubringen. Nur die Lippen bewegten sich noch ein wenig, und endlich ruhten auch diese, die Augen brachen, ein Zucken durchschauerte den Körper, und mit einem Seufzer endete er sein Leben.

Der Missionar richtete sich auf, und seine Augen liefen von Thränen über. »Seht hier das Ende eines Christen,« sagte er laut und eindringlich, »und betet mit mir zu Gott für das Heil seiner Seele.«

Die Missionare mit ihren Frauen falteten die Hände, Pieter Maritz stieg vom Pferde und zog den Hut, auch der englische Unteroffizier nahm den Helm ab, und die Swazikrieger standen verdutzt, aber ehrfurchtsvoll schweigend umher. Der Missionar betete das Vaterunser in deutscher Sprache, und feierlich klangen die Worte in der stillen Nacht im einsamen Thale an der kriegbedrohten Grenze.

»Und nun macht den Weg frei und laßt uns in Frieden weiterziehen,« sagte der alte Missionar, nachdem er das Gebet beendigt hatte.

»Ich bedaure, das ist nicht möglich,« entgegnete der Unteroffizier. »Es ist Befehl, alle Reisenden aus dem Zululande zum Kommandierenden zu führen. Ihr müßt mir alle folgen.«

»Wohin?« fragte der Missionar.

»Zum Kommandanten La Trobe Lonsdale, in dessen Quartier zu Potgieters Farm.«