»Es ist ein Ring König Tschetschwajos,« sagte Pieter Maritz. »Er hat ihn mir als Preis im Wettschießen gegeben. Er war freundlicher gegen mich, als Ihr es seid.«

Die Offiziere ließen den Ring von Hand zu Hand gehen, während sie über des Knaben Antwort lachten.

»Ein merkwürdiges Stück,« sagte Oberst Wood. »Hier, gebt ihn dem jungen Menschen wieder. Übrigens ist dies ein Beweis für sein freundschaftliches Verhältnis zu den Niggers, und ich wundere mich nicht mehr, daß er keine Auskunft geben will. Gehen Sie mit, Leutnant Thomson, und schärfen Sie dem Gefängniswärter Wachsamkeit ein. Hinter dem Burschen steckt vielleicht mehr, als wir denken.«

»Und was soll aus meinem Pferde werden, wenn ich eingesperrt werde?« rief Pieter Maritz.

»Genug der Widerworte!« rief der Oberst ungeduldig. »Fort mit dem Burschen!«

Der Unteroffizier zog Pieter Maritz hinaus, und Leutnant Thomson folgte. Der Leutnant schien Mitleid mit dem Knaben zu empfinden, denn er sagte ihm draußen, er möge sich nicht ängstigen, weder seine Waffen noch sein Pferd würden ihm genommen werden, und er selber würde wahrscheinlich die Freiheit wiedererlangen, sobald er den Obersten um Entschuldigung bäte und ordentliche Auskunft über seinen Aufenthalt im Zululande gäbe.

Pieter Maritz antwortete auf diese Worte nicht, denn er war so empört und zugleich so niedergeschlagen, weil er ins Gefängnis sollte, daß er alle seine Gedanken in die Brust verschloß. Er ging stumm neben dem Unteroffizier her, der sich seiner Büchse bemächtigt hatte, und bemerkte fast teilnahmslos, daß auf den Befehl des Leutnants ein Soldat Jagers Zügel ergriffen hatte und das Pferd hinter ihm her führte.

Es ging eine Strecke weit durch die belebten Straßen hin, in welchen der kleine Zug nur geringes Aufsehen erregte, und dann kamen sie vor ein ziemlich großes Haus, vor dem eine rotröckige Schildwache auf und nieder ging. Es war ein gewöhnliches Buernhaus, doch zweistöckig und mit Gittern vor den Fenstern. Als der Leutnant an der Schelle zog, ward die Hausthür geöffnet, und ein alter Buer kam heraus, der ein Schlüsselbund in der Hand trug.

»Hier, Koopman,« sagte der Leutnant, »bringe ich einen neuen Gefangenen. Haben Sie wohl acht auf ihn, denn er ist ein Staatsgefangener, ein gefährlicher junger Mensch, obwohl er Ihr Landsmann ist. Behandeln Sie ihn gut, aber lassen Sie ihn nicht entwischen. Sein Pferd stellen Sie in Ihren Stall, und seine Waffen heben Sie auf.«

»Schon gut, schon gut,« sagte der alte Buer, indem er Pieter Maritz prüfend betrachtete. Dann rief er einen Knecht herbei, welcher Jager nach einem der Hintergebäude führte, nahm die Büchse in Empfang und ließ Pieter Maritz in das Haus gehen.