Aber obwohl die Tiere angezogen hatten und nun gemessenen Schrittes vom Lager hinwegwandelten, hörten doch der Lärm und das Geschrei der Farbigen nicht auf. Jan und Christian rannten wie toll an ihnen auf und nieder und riefen einen jeden Ochsen mit seinem Namen an. Kobus schwang von seinem Sitze aus eine Peitsche, die einen zwölf Fuß langen Bambusstiel hatte und im ganzen wohl dreißig Fuß lang war, so daß er die vier hintersten Paare damit beherrschen konnte. Der Knall dieser Peitsche klang wie das Aufschlagen eines Zündhütchens und das Auftreffen ihrer Spitze riß einen blutigen Striemen in das Fell. Jan und Christian, angefeuert durch das Knallen dieses furchtbaren Instruments, fuhren mit den Sjambocks zwischen die vorderen Paare und ließen dicke, blutrünstige Schwielen auf den Rücken und Flanken der Ochsen aufschwellen.
Inzwischen war der Missionar in den Sattel gestiegen und ritt am Zuge hin. »Was schlagt ihr die Tiere so sehr?« rief er zürnend den Farbigen zu.
»Mynheer!« entgegnete Jan ihm achselzuckend, »der Ochs muß seinen Schlag haben, damit er gehorsam ist, und wenn der Ochs gehorsam ist, dann muß er doch seinen Schlag haben.«
Die Tiere waren unter diesen Hieben in einen schnelleren Gang gefallen, und so schwer der Wagen und so sandig der Boden war, zogen sie das schwankende und ächzende Gefährt doch in schnellem Trabe dahin. Aber das durfte nicht sein, denn sonst mußten die Tiere ihre Kräfte zu rasch verbrauchen. Jan, der jetzt die beiden an der Stirn durch einen Querriemen verbundenen Vorochsen führte, ließ den Riemen, an dem er sie leitete, los, stürzte mit erstaunlicher Behendigkeit vor, bückte sich und nahm einen faustgroßen Stein vom Boden auf. Diesen schleuderte er mit großer Geschicklichkeit gerade zwischen die Hörner des rechts gehenden Vorderochsen. Der Ochse stutzte und mit ihm hielt sein Nachbar inne.
»Avanhou! Avanhou!« brüllten alle drei Diener. Dazu griffen sie neue Steine von der Erde auf und warfen sie den Ochsen vor die Stirn. So mäßigte sich allgemach der Lauf der Tiere, und nun war nach Kobus' Ansicht die Gangart die richtige. Tief schnaufend, mit rollenden Augen und schlagenden Weichen schritten die vierundzwanzig Tiere dahin. Hinter ihnen rollte der Wagen, und seine Räder gruben sich in den Sand ein.
Der Missionar hatte sein Pferd hinter den Wagen gelenkt, und neben ihm schritten die Gesandten des Zulukönigs, leichtfüßig mit weiten Schritten einhergehend. Pieter Maritz schloß den Zug. Er war seiner Aufgabe eingedenk und verließ die Fremden nicht mit einem Blicke.
So wich das Lager der Buern hinter ihnen zurück, und das blaue Rauchfähnchen über dem weiten Wagenkreise verschwamm allmählich den Augen der Rückschauenden im klaren Äther. Vor ihnen öffnete sich im Morgenglanz ein weites Land voll Schönheit, aber auch voll Gefahren.