»Wie denn?« fragte der Kommandant, während die andern Offiziere, belustigt durch die Dreistigkeit des Knaben, näher traten.

»Wir bilden einen Kreis von den Wagen,« sagte Pieter Maritz, »und schieben die Deichsel des einen Wagens zwischen die Räder des andern, so daß sie dicht hintereinander stehen. Dann stopfen wir alle Lücken mit Dornengestrüpp zu und bringen die Zugochsen in die Mitte des Lagers. Kommen die Kaffern, so stehen wir wie in einer Festung und schießen von den Wagen aus. Die Frauen und Knaben aber haben Äxte in der Hand und schlagen die einzelnen Kaffern tot, welche etwa unter den Wagen durchkriechen. Euch aber können die Wagen nichts nützen, denn sie stehen seitwärts.«

Die Offiziere lachten.

»Die Buernmanier ist nicht schlecht,« sagte Oberstleutnant Pulleine, »aber englische Soldaten haben es nicht nötig, sich hinter Wagen zu verkriechen. Wir gehen dem Feinde entgegen.«

»Herr Oberstleutnant,« sagte Pieter Maritz treuherzig, »wenn Sie noch Zeit dazu haben, so lassen Sie doch ja Ihre Wagen so zusammenfahren, wie ich Ihnen beschrieben habe. Die Gegend ist nicht sicher, und Dabulamanzi greift heftig an.«

Die Offiziere lachten wieder, und Pieter Maritz ward rot vor Scham. Er ging zur Seite, näherte sich seinem Pferde und blickte dorthin, wo er die Zulus gesehen hatte. Es war dort alles ruhig, kein Kopfputz war zu entdecken, nur die Truppe des Oberstleutnants Durnford breitete sich aus, und die Reiter bildeten eine lange Kette kleiner Figuren in der Ferne.

Aber jetzt mit einem Male tönte ein schwacher Knall, und gleich darauf waren noch mehrere Schüsse von weitem zu hören. Die Basutos mußten auf den Feind gestoßen sein. Nun kam ein Reiter von drüben in vollem Galopp zurück nach dem Lager. Es war ein englischer Unteroffizier, wie bald zu erkennen war. Er jagte eiligst heran, ritt auf den Kommandanten zu und meldete, Oberstleutnant Durnford habe feindliche Truppen bemerkt und bäte, daß zwei Kompanien des 24. Regiments nachrückten, mit denen er die Zulus vertreiben wolle.

Oberstleutnant Pulleine erwiderte dem Unteroffizier, er möge zurückmelden, die zwei erbetenen Kompanien könnten nicht kommen. Er, der Kommandant, habe Befehl, das Lager zu halten, und dürfe die Infanterie nicht daraus entfernen.

Der Unteroffizier ritt davon, aber während er noch unterwegs war, um zu Durnfords Reitern zurückzukehren, war deutlich zu erkennen, daß die Basutos wichen. Sie feuerten ihre Gewehre vom Pferde herunter ab und gingen Schritt vor Schritt zurück. Doch war noch nichts vom Feinde zu sehen.

Die Soldaten im Lager saßen währenddessen noch ruhig um ihre Feuer herum und verzehrten ihr Essen. Sie hatten blecherne Feldkessel mit Fleischbrühe, aßen dazu ihr Brot und tranken aus ihren Feldflaschen Rum. Manche machten sich auch in und bei den Zelten zu thun, putzten ihre Gewehre und ihr Lederzeug, gaben den Pferden zu trinken und waren in guter Ruhe. Nur Oberstleutnant Pulleine hatte sich jetzt, von seinem Adjutanten, seinem Hornisten und einigen jüngeren Offizieren begleitet, vor den Lagerplatz begeben, und blickte durch ein Fernrohr nach der Stelle, wo die Schüsse knallten.