Er betrachtete bei diesen Worten mit Wohlgefallen die schlanke und kräftige Gestalt des jugendlichen Reiters.

Der Trupp war unter diesem Gespräch mit hinein in die Stadt gekommen, und Pieter Maritz bemerkte, daß alle Leute auf der Straße, mit Ausnahme der englischen Soldaten, die ihnen von Zeit zu Zeit begegneten, mit großer Ehrfurcht grüßten. Die stämmigen trotzigen Buern am Wege zogen ihre breiten Hüte tief ab, und Pieter Maritz erkannte die hohe Stellung, welche seine Begleiter einnehmen mußten.

Der Herr, welcher ihn zuerst angeredet hatte, ließ sich immer mehr von dem Kampfe der Engländer und vom Hofe Tschetschwajos erzählen, ward nicht müde, nach vielen Einzelheiten zu fragen, und tauschte mehrmals ein Lächeln oder ein kurzes Wort mit seinen Genossen aus. Die Geschichte von der Niederlage bei Isandula schien allen ein heimliches Vergnügen zu bereiten.

»Dieser junge Mensch hat interessante Erlebnisse gehabt,« sagte er endlich, sein Pferd auf einem freien Platze vor einem schönen großen Hause anhaltend. »Ich hoffe, Sie wiederzusehen, Mynheer Buurman.«

Pieter Maritz zog seinen Hut, da er merkte, daß er entlassen war, als ein anderer der Herren ihn anredete.

»Sie haben gewiß noch viel zu erzählen,« sagte er, »und ich wünschte, daß meine Freunde Ihre interessante Geschichte noch heute hörten. Wollen Sie heute abend zu mir kommen? Ein kleiner Kreis von Freunden wird zum Abendessen bei mir sein.«

Pieter Maritz errötete vor Vergnügen über die Ehre, welche ihm widerfuhr, aber er blickte unwillkürlich an sich hinunter. Er hatte das Gefühl, daß er unmöglich in seinem staubigen, fleckigen, buntscheckigen, ärmlichen Anzuge zu einem solchen Herrn gehen könne.

»Sie sind sehr gütig, Mynheer,« sagt er offenherzig, »aber gewiß sind Sie ein vornehmer Herr und haben ein Haus, das für mich zu schön ist. Ich würde gern kommen, denn ich bin hungrig geworden, aber ich will lieber versuchen, bei einem armen Manne Unterkunft zu finden.«

Die Herren lachten laut.

»Dieser junge Mensch hat einen guten Instinkt,« sagte der erste der Reiter. »Scheint er doch mit feiner Nase den Schatzmeister gerochen zu haben. Gewiß fehlt es Ihnen auch an barem Gelde, mein Freund.«