Pieter Maritz stand in der Hofthür und blickte ihr nachdenklich nach. Sein Gesicht war jetzt ebenso trübe, wie vorhin das ihrige. Er hatte wirklich vorher nicht die Absicht gehabt, hinauszureiten, aber nun bekam er doch große Lust, dabei zu sein. Er ging langsam nach dem Café de l'Europe zurück, und es kam ihm der Gedanke, er könne vielleicht ein anderes Pferd bekommen. Als er Jager geholt, hatte er freilich bemerkt, daß die Ställe sich sehr geleert hatten, doch waren noch drei Pferde dort gewesen. Er ging schneller und blickte, als er das Hotel erreicht hatte, gleich in den Stall. Nun war nur noch ein Pferd darin.

»Ich möchte ein Pferd haben, um hinauszureiten,« sagte er zu dem Stallknecht, der an der Thüre lehnte.

»Alles weg, Mynheer, nichts mehr da,« sagte der Mann.

»Ich sehe dort noch einen Gaul,« entgegnete Pieter Maritz.

Der Stallknecht, ein breitschulteriger Irländer, grinste. »Auf dem Vieh mag keiner reiten,« sagte er.

»Warum denn nicht?«

»Ja, Mynheer, mancher Mensch ist froh, wenn er seine Knochen säuberlich bei einander hat, und mag sich nicht auf eine Bestie setzen, wo er nachher die Mühe hat, seine Knochen erst aus den Chausseegräben zusammenzulesen.«

»Ei, ist der Gaul so schwierig?«

»Er ist gerade nicht so schwierig,« sagte der Stallknecht. »Sein Futter frißt er regelmäßig auf, und mit dem Putzen geht's auch noch. Nur hat er's nicht gern, wenn sich jemand auf seinen Rücken setzt. Sie glauben gar nicht, wieviel Beine er dann auf einmal kriegt. Er ist noch nicht zugeritten, will ich Ihnen sagen, und ich meinesteils wüßte auch niemand, der sich damit abgeben möchte, ihn zuzureiten. Denn es giebt ja gottlob hier zu Lande viele Gelegenheiten, sich den Hals zu brechen, und es hat keiner nötig, sich extra auf solche verteufelte Bestie zu setzen.«

Pieter Maritz ging in den Stand des Pferdes, streichelte ihm den Hals und sah sich das Tier an. Es war dunkelbraun und von kräftiger Figur. Es war noch jung und sah nicht bösartig aus, nur schien es viel Feuer zu haben. Seine Augen rollten sehr, als ob es begierig wäre, alles zu sehen.