»Wahrhaftig, das ist mein holländischer Freund!« rief eine andere Stimme, und Pieter Maritz erkannte Lord Adolphus Fitzherbert auf einem wunderschönen Goldfuchs.

»Aber was zum Henker haben Sie da für einen Gaul?« fragte der Lord von weitem. »Wo ist denn Jager?«

»Ich habe Jager verborgt,« erwiderte Pieter Maritz, »und nun habe ich hier ein junges Pferd aus dem Café de l'Europe, das ein bißchen unruhig ist.«

»Es scheint wirklich so, als ob das Pferd etwas unruhig wäre,« sagte Lord Fitzherbert lachend. »Ich möchte nicht gern neben dem Tiere reiten. Steigen Sie doch ab! Ich will Ihnen eines von meinen Pferden geben, und dieses schicken wir nach Hause.«

»Sehr gern,« sagte Pieter Maritz, indem er sich zur Erde schwang.

Der Lord winkte einem der Soldaten und ließ den Braunen am Zügel wegführen. Das Tier ging jetzt, nachdem es keinen Reiter mehr fühlte, ziemlich ruhig. Lord Fitzherbert stieg dann selbst ab, rief seinen Kameraden: »Auf Wiedersehen!« zu und kehrte, indem er sich sein Pferd nachbringen ließ, Arm in Arm mit Pieter Maritz nach den Zelten seines Regiments zurück.

»Sie müssen heute mittag bei mir essen, lieber Freund,« sagte er. »Ich muß allen meinen Kameraden den guten Genossen zeigen, der mit mir bei den Niggers Freundschaft hielt, nachdem er mich elend in den Sand gestreckt hatte.«

Der Lord war sehr vergnügt und freute sich ungemein, Pieter Maritz wiederzusehen, mit dem er so viel Not geteilt und den er schätzen und lieben gelernt hatte. Und auch Pieter Maritz war hoch erfreut, den vornehmen jungen Mann wiedergefunden zu haben, der ihn anfänglich so hochmütig behandelt hatte, mit dem ihn nun aber die Erinnerung gemeinsamer Schicksale verband. Der Lord zeigte ihm seine Pferde. Er hatte deren drei und der Rappe war auch darunter. Pieter Maritz nahm, als ihm Lord Fitzherbert die Wahl ließ, aus alter Anhänglichkeit den schönen schwarzen Gaul, mit dem er einst um die Wette gejagt hatte. Das Tier wurde mit der prächtigen Ausrüstung der Dragoonguards versehen, und dann stiegen beide jungen Leute auf.

»Ein verfluchter Kerl sind Sie doch,« sagte der Lord, nachdem die ersten Grüße und Erzählungen ausgetauscht waren. »Kaum sind Sie an unserem Lager angekommen, so binden Sie mit dem allergefährlichsten Mann in der ganzen Armee an, mit dem Leutnant Dubois. Mich wundert, daß er Sie nicht erschossen oder aufgespießt hat.«

Er erzählte, daß der englische Unterleutnant, dessen Zelt Pieter Maritz umgeritten hatte, ein Franzose sei, der seit dreißig Jahren alle Feldzüge Frankreichs in Mexiko, in Algier, in Italien, in der Krim und in China mitgemacht habe und zuletzt nach dem Kriege mit Deutschland aus Verdruß über die französischen Niederlagen in englische Dienste getreten sei.