»Wir wollen ihn zu versöhnen suchen,« sagte der Lord. »Ich will ihn auch einladen, heute mittag mit mir zu essen. Dann stoßt ihr beiden mit den Gläsern an und vertragt euch. Er ist ein amüsanter Kerl, steckt voll von Geschichten aus aller Herren Ländern, spricht viele Sprachen und kann fechten wie der Teufel.«
Auf ihren schnellen Pferden hatten die beiden jungen Leute bald die übrigen Offiziere wieder eingeholt, und nun sahen sie auch das neu hinzukommende Regiment nahe dem Lager. Die Gesellschaft aus Pretoria bog hier von dem Regimente ab, da sie nicht in das Lager hineinziehen wollte. Viele prächtige Pferde und hübsche schnelle Equipagen waren zu sehen, und dieser ganze Zug der Bürgerschaft lenkte auf der Hauptstraße in die Stadt zurück. Jetzt war auch die junge Dame wieder zu sehen, und Lord Fitzherbert, der mehr nach den Familien aus Pretoria als nach dem Regimente sah, entdeckte sie.
»Alle Wetter!« rief er, »ist denn das nicht Jager? dort, unter der reizenden jungen Dame, die wie eine Amazone reitet?«
»Ja,« sagte Pieter Maritz errötend, »ich habe Jager der jungen Dame geliehen, weil sie so betrübt war, nicht hinausreiten zu können. Ich habe sie gestern abend kennen gelernt, und sie war sehr freundlich gegen mich.«
Lord Fitzherbert sah ihn an und lachte so heftig, daß Pieter Maritz blutrot wurde.
»Ein verfluchter Kerl!« sagte der Lord. »Kommen Sie doch, liebster Freund, stellen Sie mich der Dame vor! Freilich wollen die Herren Buern nichts von uns wissen, und wenn sie jetzt herausgekommen sind, so brauchen wir uns nicht einzubilden, daß sie das zur Ehre unserer Truppen gethan haben. Sie wollen ihre Pferde und Wagen zeigen, das ist der Grund. Wahrhaftig, diese junge Dame ist ganz chic, ein reizendes Geschöpf.«
Pieter Maritz verstand die Ausdrücke des Lord wieder einmal nicht recht. »Die junge Dame reitet prachtvoll,« sagte er mit seinem unschuldigen Gesicht. »Sie hat sich vorhin in der Karriere vom Sattel niedergebogen und etwas vom Boden aufgenommen, nämlich meinen Hut, der mir vom Kopfe geflogen war.«
»Das wird ja immer interessanter. Ich gratuliere Ihnen, Pieter Maritz,« sagte der Lord, seinen jüngeren Freund mit erstauntem Blicke messend.
Sie waren indessen der jungen Dame näher gekommen, grüßten sie, und Pieter Maritz stellte den Lord vor, indem er ihn seinen Freund nannte und als den jungen Offizier bezeichnete, von dem er schon erzählt habe.
Die junge Dame grüßte den englischen Offizier in einer Weise, über welche Pieter Maritz sich wunderte. Denn sie machte gar nicht das lächelnde Gesicht, welches er an ihr kannte, sondern war sehr kalt und förmlich.