»Jawohl, der Prinz wünschte es. Wir sattelten ab und ....«

»Sie sattelten ab? Im Krale? In der Nähe des Feindes?«

»Jawohl, wir sattelten ab, da der Prinz seinem Pferde bei der großen Hitze eine Erleichterung verschaffen wollte, und wir frühstückten neben einer Mauer unweit der Pferde, welche von zwei Leuten gehalten wurden. Plötzlich sah ich ein schwarzes Gesicht zwischen den Dornenhecken bei den Hütten hervorblicken und zeigte es dem Prinzen. ‚Ich sehe es auch,‛ antwortete er, und dann liefen wir sofort zu unsern Pferden. Ich schwang mich in den Sattel, den ich so schnell als möglich aufgelegt hatte, und während wir sattelten, fielen mehrere Schüsse und zwei von den Leuten stürzten. Die Zulus waren mit dem Assagai in der Hand so dicht hinter uns her und liefen so schnell, daß ich nur durch den schärfsten Galopp mich retten konnte. Ich kam an einen Bach in einer Schlucht, und hier sah ich mich um, erblickte aber nur diese vier Leute hier hinter mir. Vom Prinzen sah ich nichts und weiß nicht, was aus ihm geworden ist.«

Während dieses Berichtes zeigte sich in den Mienen der hohen Offiziere die größte Bestürzung.

»Was ist zu thun?« rief General Wood. »Der Prinz ist gefangen oder tot! Was sollen wir machen? O schrecklich, schrecklich!«

»Reiten wir dorthin, wo Leutnant Carey den Prinzen verlor!« sagte Oberst Buller.

»Wie können wir das?« sagte General Wood. »Die Zulus sind vielleicht in großen Massen dort. Wir können nur mit einer starken Abteilung dorthin marschieren. Außerdem ist nun alles zu spät. Sie, Leutnant Carey, hätten besser achtgeben, Ihrer Pflicht besser nachkommen sollen! Sie sind Arrestant, man wird Sie vor ein Kriegsgericht stellen. Geben Sie Ihren Säbel ab!«

Leutnant Carey senkte den Kopf, überreichte seine Waffe dem Oberst Buller, der sie einem der Kavalleristen gab, und dann kehrten die Engländer zum Lager des Generals Newdigate zurück.

Erst am folgenden Morgen rückte eine Abteilung aus, um den Prinzen zu suchen. Sechs Schwadronen Ulanen und Dragoner marschierten um vier Uhr in der Frühe unter Kommando des Generals Marshall aus, und Leutnant Dubois mit einer Abteilung der Buernreiter ritt voran. Als der Franzose von Pieter Maritz den Bericht des Leutnants Carey vernommen hatte, geriet er in eine stille Wut, eine lautlose Aufregung, welche schlimmer war als all' sein sonstiger geräuschvoller Zorn. Mit zusammengebissenen Zähnen und grimmig gefurchter Stirn ritt er diesen Morgen vor seinen Reitern her und war immer mehrere hundert Schritte voraus. Pieter Maritz blieb neben ihm und führte den Weg, den er gestern den Leutnant Carey hatte nehmen sehen.

Sie sahen den Kral in der Entfernung auftauchen, wo nach Careys Beschreibung Halt gemacht worden war, und näherten sich ihm, als von der Seite her ein reiterloses Pferd herangetrabt kam, das im Kaffernkorn geweidet hatte. Wiehernd näherte es sich den andern Pferden.