»Nun denn,« sagte dieser, »Sergeant, lassen Sie den Zügel los!«
Der Unteroffizier gehorchte, und Pieter Maritz ritt waffenlos neben dem Lord dem Dragonertrupp voran, welcher kehrt gemacht hatte, um nach Heidelberg zurückzukehren.
»Ach, Pieter Maritz, mein lieber Freund,« sagte der Lord jetzt, als er mit dem Buernsohne voraus war, so daß die Dragoner ihr Gespräch nicht hören konnten, »ach, wie unglücklich fügt es sich, daß ich dir begegnen mußte!«
Pieter Maritz war so betroffen durch die Plötzlichkeit des Ereignisses, daß er seinen Freund nur fragend ansehen konnte. Seine Gefangennahme und Entwaffnung hatten sich so schnell vollzogen und waren ihm so überraschend, der Umsturz aller Verhältnisse vom Guten in das Böse waren so jäh, daß ihm alles wie ein Traum vorkam.
»Hätte ich nur gewußt, daß du dieses Weges kommen würdest,« fuhr der Lord in seinen Klagen fort, »so hätte ich eine andere Richtung genommen. Aber du rittest mir geradeswegs entgegen, so daß gar keine Möglichkeit war, diese Sache zu umgehen. Ach, Pieter Maritz, so lange sind wir Freunde gewesen, Seite an Seite haben wir manchen Tag geritten und gekämpft, und nun muß ich das Werkzeug deines Unglücks werden!«
»Aber warum,« fragte Pieter Maritz, »warum mußtest du mich gefangen nehmen? Sind wir nicht im Frieden? Ist die Straße nicht frei für jedermann?«
Lord Adolphus schüttelte den Kopf. »Unglückselige Ereignisse sind im Werke,« sagte er, »und du weißt das so gut wie ich. Die englische Regierung hat Nachricht erhalten, daß die Buern einen Aufstand vorbereiten, und ...«
»Einen Aufstand!« rief Pieter Maritz. »Wie kann man von einem Aufstande bei einem freien Volke sprechen!«
»Nenne es, wie du willst, genug, wir wissen, daß die Transvaalbuern im Begriff sind, sich gegen unsere Herrschaft zu erheben. Wir haben gewisse Kenntnis davon erhalten, daß das Land nach allen Richtungen hin von Boten durchstreift wird, welche die Bevölkerung zu den Waffen rufen. Seit gestern haben wir Befehl, überall nach diesen Leuten zu suchen, um sie aufzugreifen. Mehrere Namen sind uns mitgeteilt worden, und unter diesen ist der deinige, Pieter Maritz, einer der ersten.«
Pieter Maritz biß die Zähne zusammen und blickte finster vor sich hin.