Pieter Maritz ließ eine kurze Zeit vergehen, gab dann dem Gefährten ein Zeichen ihm zu folgen, und ging, indem er einen kleinen Bogen nach rechts machte, von der Seite auf die Schildwache los. Sein Kamerad folgte ihm in einer Entfernung von etwa zwanzig Schritten. Er sah jetzt deutlich den Soldaten auf und ab gehen, und bemerkte, daß derselbe aufmerksam wurde.
»Wer da?« rief es ihm entgegen.
»Ronde!« entgegnete Pieter Maritz in englischer Sprache und mit gebieterischem Ton. »Paßt Ihr auch gut auf, Schildwache?«
Es war nicht hell genug, daß der Posten hätte unterscheiden können, ob der Mann, der sich ihm näherte, Uniform trug.
»Wer da?« fragte er noch einmal. »Gebt das Feldgeschrei!«
»Kennt Ihr Euern eigenen Offizier nicht?« fragte Pieter Maritz scheltend. »Knöpft Eure Augen hübsch auf, Schildwache!«
Der Mann schien einen Augenblick bestürzt zu sein. Er stand still und bemühte sich offenbar, das Dunkel mit seinem Blick zu durchdringen. Aber in den nächsten Sekunden mußte er entdeckt haben, daß kein Offizier in Uniform herankomme, denn er machte sein Gewehr schußbereit und rief: »Steht still, oder ich schieße!«
Doch er hatte die Geschwindigkeit des Buernsohnes nicht berechnet. Mit einem schnellen Satze war Pieter Maritz ihm schon auf den Leib gekommen und packte mit der Linken das Schloß des Gewehres, während er mit der rechten den Soldaten an der Kehle packte. »Kein Laut, oder Ihr seid des Todes!« raunte er dem erschrockenen Manne ins Ohr.
Der Soldat krümmte sich unter dem eisernen Griffe der starken Hand, die ihn an der Gurgel hielt, und hätte schon deshalb nicht rufen können, weil er keine Luft hatte. Pieter Maritz drückte ihn zu Boden, pfiff leise, so daß sein Gefährte herankam, und nahm das Gewehr der gefangenen Schildwache an sich.
»Ihr geht mit uns, Freund,« sagte er zu dem stöhnenden Soldaten, »und wenn Ihr ganz still seid, so soll Euch nichts geschehen. Ich lasse Eure Kehle unter der Bedingung los, daß Ihr schweigt. Aber solltet Ihr um Hilfe rufen, so seid Ihr auf der Stelle ein toter Mann.«