»Ein dummes Volk ist dies,« sagte der Dragoner scheltend. »Versteht ihr einfältigen Bauern denn kein Englisch? Wohin will der Kerl?«
»Ach, lieber Herr,« sagte Pieter Maritz wieder holländisch, »ich will dort hinüber nach Schains Hoogte. Lassen Sie mich gehen. Ich habe dort zu thun.« Und während er sprach, zeigte er mit der Hand in der bezeichneten Richtung und bog sich krumm und jämmerlich an seinem Stabe.
Es kam ihm zu statten, daß die Posten niemals aufeinander geschossen hatten. Weder die Buern hatten von ihren Stellungen aus auf die einzelnen Vedetten gefeuert, denn sie hielten es für unrecht, anders als im Kampfe zu schießen, noch auch die Vedetten hatten nach den Buern geschossen, denn sie hüteten sich wohl, mit ihren Karabinern die weit tragenden Büchsen der Buern herauszufordern. So war kein boshafter Groll in den Herzen der Dragoner, der sie etwa hätte veranlassen können, schnell auch gegen Wehrlose von ihrer Waffe Gebrauch zu machen.
»Das geht nicht,« sagte der Posten. »Kein Mensch darf hier passieren. Wenn Sie nach Schains Hoogte wollen, alter Freund, so müssen Sie dort über die Berge klettern. Aber auf der Straße darf niemand gehen.«
»Kann nichts verstehen, kann gar nichts verstehen,« sagte Pieter Maritz, indem er noch einen Schritt näher kam.
»Dummer Kerl, bleiben Sie stehen!« rief der Dragoner ärgerlich. »Dort herum« — er zeigte mit der Hand über die Berge — »dort herum müssen Sie. Aber hier dürfen Sie nicht gehen.«
Pieter Maritz hustete und stöhnte und hob dann seine Flasche empor. »Ach, lieber Herr,« sagte er, »lassen Sie mich doch durch. Alte Männer können nicht über hohe Berge klettern. Trinken Sie einmal, es ist guter alter Rum.«
Der Dragoner verstand nicht, was Pieter Maritz sagte, aber er begriff, was er wollte, und er sah die Flasche mit Vergnügen. Es herrschte großer Mangel an Lebensmitteln und Getränken im englischen Lager, denn die Buern hatten mehrere Transporte weggefangen. Pieter Maritz hatte richtig gerechnet, als er die Flasche mitnahm. Der Dragoner warf einen begehrlichen Blick darauf, und obwohl er noch sein Pferd quer gestellt hielt und dem hustenden Alten den Weg damit versperrte, so streckte er doch die Hand nach der Flasche aus. Pieter Maritz nahm sie von der Schulter und reichte sie dem Dragoner, der nun den Stöpsel abschrob und an dem Inhalt roch. »Das ist guter alter Rum,« sagte er zufrieden, und dann nahm er einen tüchtigen Schluck. »Aber durchlassen kann ich Sie doch nicht, alter Freund,« setzte er hinzu, indem er die Flasche zurückreichte. »Das Beste wäre, Sie kehrten um und legten sich aufs Ohr. Mit einem bösen Husten die Nacht herumzulaufen, ist nicht gesund für alte Krückengänger.«
Die Überrumpelung des Vorpostens.