[Fünftes Kapitel]
Die Missionsstation Botschabelo
»Du bist so traurig, mein Sohn, was hast du? Irgend eine Sorge drückt dich nieder.« So sprach voll Teilnahme der Missionar am Morgen nach dem Sturm zu Pieter Maritz.
Der Knabe stand schweigend auf die Büchse gelehnt neben seinem Pferde und vermied das Auge des alten Mannes, indem er fernhin über das Land blickte, welches nun im Glanze der Morgensonne strahlte, als hätte kein finsterer Schrecken und kein Donnergetose sein heiteres Antlitz je beschattet. Er war allein mit dem Missionar, die schwarzen Diener waren unterwegs, um die Zugtiere zu suchen.
»Du antwortest nicht,« fuhr der fromme Mann fort. »Und doch würde es dein Herz erleichtern, wenn du sprächest. Ich sehe es dir an, daß du einen Kummer hast. Du bist nicht, wie du die früheren Tage warest. Deine sonst so hellen blauen Augen sind trübe, und es ist wohl nicht die schlaflose Nacht allein, die dich so müde macht.«
Der Knabe schüttelte die blonden Locken mit trotzigem Ausdruck und erwiderte nichts.
»Du bist mir auf der Reise ein angenehmer Begleiter gewesen,« sagte der Missionar von neuem, »und ich danke dem Baas van der Goot für seine Fürsorge, mir eine so gut treffende Büchse zur Gesellschaft mitzugeben. Aber ich fürchte, daß du dich grämst, so lange fortzubleiben von deiner Familie. Kehr' wieder um. Du hast ein schnelles Pferd. Du kannst heute abend bei den Deinen sein, wenn du willst.«
Pieter Maritz biß die Zähne auf die Unterlippe. »Ich kehre nicht zurück,« sagte er.