Der Missionar war einen Augenblick in Verlegenheit, was er antworten sollte. Es war nicht seine Absicht, den Stolz des von allen Seiten umschmeichelten Despoten zu kitzeln und seiner Eitelkeit Genüge zu thun. Gleichwohl sah er, daß des Königs kriegerische Brust sich hob beim Anblick so vieler Waffenträger und Weiber, die ihm gehorchten, und er wünschte nicht einen so gefährlichen Mann zu erzürnen. Endlich hielt er es nicht für klug, einzugestehen, daß auch in Europa zu Ehren der Großen Bälle, Maskeraden und Balletts gegeben würden.
»Wenn ich die stolzen Schauspiele der mächtigen Könige auf Erden sehe,« antwortete er, »so wendet sich mein Blick von ihnen hinauf zu den hellen Sternen, die am Himmel glänzen. Denn so viel heller und klarer die Sterne sind als rot brennende Fackeln, so viel größer ist die Macht des Unsichtbaren über den Sternen als die Macht der sichtbaren Könige.«
»Mein Vater liebt es, von dem Unsichtbaren zu reden,« sagte der König mit etwas unzufriedenem Tone. »Aber er kann von dem Unsichtbaren nichts wissen.«
»O doch, ich weiß von ihm. Ich kenne seinen Willen, auch ohne ihn gesehen zu haben.«
»Und was ist sein Wille?«
»Er will, daß alle Menschen einander lieben, weil sie alle Brüder sind. Er will nicht, daß die Könige sich mit Feuer und Schwert überfallen, die Länder verheeren und vieles Blut vergießen. Er lehrt: Du sollst Gott über alle Dinge lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Dies nennt man die christliche Lehre, und es sind Lehrer in deinem Lande, welche dies verkündigen.«
»Es ist so,« sagte der König, »mein Vater redet die Wahrheit. Aber mein Vater ist begleitet von einem jungen Häuptling der Engländer. Er kennt die Engländer. Sind die Engländer nicht auch Christen?«
»Allerdings.«
»Aber die Engländer führen Krieg. Sie haben die Buern bekriegt und haben die schwarzen Männer in den Nachbarstaaten unterworfen. Wenn sie ihren Nächsten liebten wie sich selbst, so dürften sie ihn nicht mit dem Feuergewehr tot schießen.«
Der Missionar antwortete auf diesen Einwurf nicht sogleich, sondern überlegte eine passende Erklärung.