»Hat Er denn eine Wechselschuld bei dem Wucherer?« fragte Mickley.

»Ich nicht,« sagte Ferdinand, »aber eine mir theure Person.«

»Sollte die Verhaftung mit dem Wechsel in einem Zusammenhange stehen?« fragte Jener wieder.

»Ich glaube nicht,« sagte Ferdinand.

»Nun, ich werde Beides bestellen,« versicherte Mickley, »und für eine Erquickung will ich auch sorgen.«

»Das Liebste wäre mir ein Buch; meine Mutter soll mir das neue, vom Herrn Obereinfahrer geschenkte schicken.«

»So behalt' Er frohen Muth; der liebe Gott wird Ihm schon beistehen.« Damit schloß Mickley seinen Besuch.

Hedwig war einen Augenblick durch die ihr vom Gelbgießer selbst gebrachte Schreckensbotschaft von der Einkerkerung ihres Geliebten wie niedergedonnert. Aber sie raffte sich bald wieder zusammen, war er doch unschuldig! Sie erklärte, den Gelbgießer in die Stadt begleiten zu wollen. Ihr Vater war im Schacht, und den Widerspruch der Mutter, die nicht wußte, was es gab, achtete sie nicht, es war ihr erster Ungehorsam. Unterwegs theilte ihr Mickley mit, wie die ganze Sache stand, und daß durch die Entdeckung einer beträchtlichen Partie reichhaltigen Erzes in der hinter Ferdinands Haus befindlichen Jacobszeche dieser allerdings ziemlich belastet erscheine.

»Das Erz hat irgend ein schlechter Mensch hingeschafft!« rief Hedwig aus, »und der das gethan, muß einen besondern Zahn auf Ferdinand haben; ich weiß aber keinen Feind von ihm zu nennen als den Bergmann Meier, der sich auf den Steigerdienst gespitzt hatte, und seinen Vetter, den Doctor Meier.« Und sie erzählte, in welcher Weise einst der Doctor mit Ferdinand zusammengetroffen war.