»Wie? weiter nichts? der Wechsel ist bezahlt?«
»Wie die Quittung besagt, die man beim Steiger gefunden.«
»Gut! ich will meinen Sohn gleich aus dem Schacht rufen lassen.«
»Ja, thut das! denn die Freilassung des Steigers hängt von dem Zeugniß ab. Der Herr Obereinfahrer hat sich für ihn verwandt, und der Herr Stadtrichter will ihn entlassen, wenn es mit dem Wechsel seine Richtigkeit hat.«
Der Greis ahnte den ganzen Zusammenhang; er eilte an den Göpel und schickte einen Bergmann in den Schacht nach seinem Sohn. »Sagt ihm, es gäbe eine gute Nachricht!« rief er dem Bergmann nach. Dann ließ er den Gerichtsboten in das Wohnzimmer treten und ging zu seiner Schwiegertochter zurück.
»Jetzt, Frau, trag das Erz wieder an seinen Ort und danke dem barmherzigen Gott, daß er Dein Verbrechen verhütet. Er wollte nicht den Untergang der Deinen, darum hat er auch schon die Rettung aus aller Noth geschickt. Wie dies geschehen, wirst Du später hören!«
Die Frau fiel auf ihre Kniee und umklammerte schluchzend die des Greises.
Der Schichtmeister war bald oben und ging, nachdem er vernommen, was vorgefallen war, mit tief erschütterter Seele im Geleite des Gerichtsboten nach der Stadt.
Zwei Stunden später füllte sich das Huthaus mit frohen Menschen. Im Triumph brachte Hedwig ihren Ferdinand, gefolgt von dem Schichtmeister, Ferdinands Mutter, dem Gelbgießer, dem Baron von Brunn und Brunhild. Die Letztern waren, von Scharfenstein zurückkehrend, in dem Augenblick über den Markt gefahren, wo Hedwig von Ferdinand gekommen war, und diese hatte sogleich die Schwester angerufen und ihr das Geschehene mitgetheilt. Da hatte Brunhild, die inzwischen alle Schüchternheit gegen ihren Bräutigam verloren, diesen sofort in das Geheimniß gezogen. Der edle Mann hatte sogleich seine Vermittelung angeboten und war ohne Säumen zur That geschritten. Auf seine Fürsprache wurde Ferdinand, nachdem der Schichtmeister sich zu dem Wechsel bekannt hatte, gegen Handgelöbniß entlassen.