– Haltet ihn! Haltet ihn! schrie er mit seiner sonoren Stimme, daß der Garten wiederhallte. Haltet ihn, er ist verdächtig!

– Wo ist mein Bruder? fragte Röschen.

– Fort, über alle Berge! Ihr müßt zeugen, Kinder, was er selbst gestanden hat. Ha, meine Ahnung! Also ihm gehört der verhängnißvolle Hut. Jetzt will ich dem Herrn Landrath beweisen, daß ich ein geborener Ortsrichter bin. Die Landgensd'armen sollen satteln und den Flüchtling einholen!

– Gerechter Gott! rief Röschen und stürzte dem Bruder nach, ohne sich weiter um die Zurückbleibenden zu kümmern.

– Auf Wiedersehen, Jungfer Marie! sagte höhnisch der Richter. Sie haben einen braven Bräutigam!

Marie konnte nicht mehr weinen; aber die Blässe des Todes bedeckte ihr liebliches Gesicht und aus dem Auge strahlte ein unheimlicher Glanz.

– Herr Valentin, sagte sie mit fester Stimme, ich muß mit Ihnen reden – bleiben Sie!

– Wenn ich den Missethäter gefänglich eingebracht! antwortete der Richter und wollte den Garten verlassen.

– Nein, jetzt auf der Stelle!

– Ah, sie ist klug, Jungfer, sie will mich hier noch halten, daß ihr wackerer Konrad erst entwischen kann – o nein, so leicht läßt sich Valentin nicht fangen.