– Sie müssen bleiben! sagte fest Marie und zog den Widerstrebenden mit Gewalt zur Laube.

– Mädchen, soll ich auch gegen Dich das Gesetz in Anwendung bringen? Du vergreifst Dich an Deiner Obrigkeit? Wie mir scheint, weißt Du um das Bubenstück Deines Liebhabers?

Diese Worte des hartherzigen Alten, in dessen Brust sich eine teuflische Schadenfreude regte, öffneten die erstarrten Thränenschleusen des armen Mädchens wieder, laut weinend sank es auf die Knie und streckte beide Hände bittend empor.

– Gnade! Gnade! rief sie aus – rauben Sie mir die letzte Hoffnung nicht, welche dieser fürchterliche Augenblick in mir angefacht – ich weiß nichts von dem Vorfalle in den Ruinen!

– Nun, mein Kind, was gedenkst Du denn zu thun?

– Ich will ihn vom Tode retten!

– Doch nicht mit meiner Hülfe? Ich bin der Ortsrichter!

– Hören Sie mich erst an!

– Nein, nein, mein Amt verbietet es mir! Ein Verbrecher ist der Gegenstand meines glühendsten Hasses!

– So haben Sie Mitleid mit Ihrer armen Mündel, der Sie Vater zu sein gelobt haben!