– O nein, lieber Konrad, rief fröhlich der Graf, nicht Dir, sondern mir ziemt es, Deine Schöne zu beruhigen und sie der verursachten Sorgen wegen um Verzeihung zu bitten.

– Herr Graf, wo denken Sie hin!

– Ich denke, daß Marie, meine hübsche Milchschwester, einen Besuch von mir wohl erwarten kann, und daß ich ihr offen den Bräutigam zurückbringe, den ich ihr so geheimnißvoll auf einige Zeit entführen mußte.

– Dann habe ich nichts dagegen, Herr Graf, denn Sie bereiten meiner Marie eine Freude, die ihren Zorn wegen meines seltsamen Betragens schon besänftigen wird. Wann kann ich Sie in der Wohnung meiner Braut erwarten?

– Erwarten? Wir betreten sie zusammen. Ich erwarte jeden Augenblick meinen Wagen, nach dem ich einen Boten gesendet habe – Du fährst an meiner Seite vor die Thür Deiner Braut.

– Nein, Herr Graf –!

– Ich leide keinen Widerspruch, mein Vorsatz bleibt unabänderlich!

Konrad wollte noch weiter Einwendungen machen, der Graf aber schloß ihn in die Arme und erstickte ihm im wahren Sinne jedes Wort im Munde.

Die Mittagstafel des Barons war längst vorüber, deshalb mußte Konrad auf den Wunsch seines Gutsherrn in einem Seitenzimmer allein zu Tische gehen. Der junge Mann hatte seit dem vergangenen Abend nichts genossen, es läßt sich wohl denken, daß ihm die Einladung nicht unwillkommen war.

Gestärkt an Herz und Körper trat er in den Hof, als der erwartete Wagen endlich ankam. Der Graf befand sich noch im Schlosse, um Abschied von seiner Braut und dem Baron zu nehmen.